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Das Los der Beliebtheit

ahe Lüneburg. Als Klaus-Peter Hummes am Wochenende die LZ las, hat er sich arg gewundert – und geärgert. Denn der Leiter der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg wusste, dass bei den Zahlen im Artikel über die Anmeldungen an den weiterführenden Schulen eine entscheidende Information fehlte: die, dass deutlich mehr Eltern ihre Kinder an seiner Schule anmelden wollten, als Plätze vorhanden sind. Zwar werden tatsächlich wie im Artikel erwähnt 147 Schüler in den neuen 5. Klassen in Kaltenmoor aufgenommen, doch ursprünglich hatte es 217 Anmeldungen gegeben. Ein Umstand, den die Stadtverwaltung bei der Übermittlung der Zahlen mitzuteilen vergessen hatte. Und ein Beleg dafür, dass die Gesamtschule nichts an Attraktivität eingebüßt hat, wie es die Tabelle zunächst vermuten ließ.

Die Stadt hat sich inzwischen für das Versäumnis entschuldigt, die LZ schließt sich dem natürlich an. Denn die Schlussfolgerung, dass sich viele Eltern offenbar freiwillig von der IGS zum Gymnasium umorientiert haben, stimmte damit nicht, sie mussten sich anders orientieren, weil sie keinen Platz bekommen hatten.

Dass nicht aufgefallen war, dass es sich bei den vorgelegten Anmeldezahlen bereits um die Übergangszahlen nach einer Auslosung gehandelt hatte, lag unter anderem daran, dass die IGS Lüneburg mit 147 Schülern für den fünften Jahrgang gar nicht die Kapazitätsgrenze von maximal 150 Schülern zu erreichen schien. Auch Eltern wunderten sich über jene 147 Anmeldungen, die noch freie Kapazitäten suggerierten. Doch Hummes erklärt: „Wir sind voll. Die Zahl von 147 Schülern kommt deshalb zustande, weil durch das neue Schulgesetz auch bei uns erstmals inklusiv zu beschulende Kinder aufgenommen werden, die den Vorgaben entsprechend doppelt gezählt werden müssen.“

Er freut sich über den enormen Zuspruch, den seine Schule durch die hohe Zahl von Anmeldungen erfahren habe. „217 sind noch einmal rund dreißig mehr als schon im vergangenen Jahr.“ Gleichzeitig bedeutete das den Spitzenwert unter allen Schulen. „Gerade bei Eltern, deren Kinder von der Grundschule eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen haben, stehen wir in diesem Jahr besonders hoch im Kurs. Wir mussten erstmals Kinder mit einer solchen Empfehlung abweisen.“

Wer einen Platz an der IGS Lüneburg bekommt, entschied wie in den Vorjahren das Los. Dazu wurden die Namen der Schüler vorher in drei Lostöpfe mit den jeweils unterschiedlichen Leistungsstärken aufgeteilt. Das soll sicherstellen, dass für die Zusammensetzung des Jahrgangs auch die beabsichtigte Mischung von starken, eher schwächeren und durchschnittlichen Schülern erreicht wird.

Hummes erklärt: „Zur Einteilung in die Leistungsgruppen werden die Noten der Kinder in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde addiert. Kinder mit der Notensumme 6 und besser gehören zur Leistungsgruppe A, mit einer Notensumme von 7 bis 9 zur Leistungsgruppe B und mit einer Notensumme 10 und höher zur Leistungsgruppe C. Die Schullaufbahnempfehlungen haben keinen Einfluss auf die Einteilung in die Leistungsgruppen.“ Dennoch sei es so, dass Kinder mit einer Gymnasialempfehlung überwiegend in der Leistungsgruppe A, aber eben auch in der Leistungsgruppe B zu finden seien. Kinder mit Realschulempfehlungen gebe es in allen drei Gruppen, Hauptschulempfohlene Kinder überwiegend in der Gruppe C. Beim Losverfahren wurden 62 Plätze in der Leistungsgruppe A, 65 in Leistungsgruppe B und 20 in Gruppe C ausgelost.

Der Preis der Beliebtheit: 70 Schüler hatten Lospech und konnten nicht aufgenommen werden. Hummes erklärt: „Sechs von ihnen wurden auf Wunsch der Eltern an eine Hauptschule weitergeleitet, 50 an eine Oberschule und 14 an ein Gymnasium.“