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Erfolgsmodell geht weiter

dth Bardowick. Die Samtgemeinde Bardowick wird für weitere fünf Jahre die Jugendarbeit für ihre Mitgliedsgemeinden übernehmen. Einstimmig votierte der Samtgemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstagabend im Rathaus für eine entsprechende Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2018. Weiteres Thema: Das Minus für den Bardowicker Eigenbetrieb, der sich um die Abwasserbeseitigung sowie die Bädersparte kümmert. Dabei kamen auch die „Unwägbarkeiten“ zur Sprache, die im Zusammenhang mit der Bildung von Schwefelwasserstoff auftraten, sich Klärwerksmitarbeiter in Lüneburg bei der Annahme des Bardowicker Abwassers wegen zeitweiliger Vergiftungsgefahr mit Atemschutz behelfen mussten.

Als einen „zähen Prozess“ bezeichnete Manfred Mundt (SPD), Sprecher der Mehrheitsgruppe SPD/Grüne/Linke/WfB im Samtgemeinderat, die Übertragung der Jugendarbeit von der Gemeinde- auf die Samtgemeindeebene im Jahr 2008. Vor allem Vögelsen hatte sich damals lange bitten lassen und zählte jetzt plötzlich zu jenen Gemeinden, die den Vertrag am liebsten unbefristet fortgeschrieben hätten. Mundt: „Die Jugendarbeit der Samtgemeinde ist zu einem Erfolgsmodell geworden.“ Zuletzt sorgte die Jugendabteilung mit Musik- oder aktuell mit dem Videoprojekt „Dreh Dein Ding“ für Aufmerksamkeit (LZ berichtete). Der Kompromiss zur Vertragsverlängerung lautete nun auf fünf Jahre, wie etwa von Mechtersen und Bardowick gewünscht, und wurde vom Samtgemeinderat einstimmig beschlossen.

Rechtfertigen musste sich Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann (CDU), als es um den Abschluss des Geschäftsjahres 2012 der „Abwassergesellschaft Bardowick mbH & Co.KG“ („agb“) ging. Denn der agb-Betrieb, der zu 51 Prozent der Samtgemeinde und zu 49 Prozent dem Wasserversorger „Purena“ gehört, schloss 2012 in der Sparte der Abwasserbeseitigung mit einem Minus von rund 200 000 Euro ab und bei der Bädersparte mit dem Naturbad „Bardowicker Strand“ von rund 107 000 Euro.

Zur Bädersparte sagte Mundt: „Das ist natürlich ein Minusgeschäft, das kostet Geld, aber wir beobachten die Entwicklung.“ Das Defizit lag im Vorjahr noch bei rund 90 000 Euro. Den Anstieg führte Verwaltungschef Luhmann allerdings auf geringere Besucherzahlen wegen der Wetterlage zurück sowie auf zusätzliche Kosten durch Reparaturen an den Bodenfolien im Naturbad.

Das Minus im Abwasserbereich habe hingegen vor allem einen rechnerischen Grund: „Wir schreiben bestimmte Posten schneller und höher ab, als wir müssten.“ Hinzu kommt ein Mehraufwand etwa für den Bau einer sogenannten Eisenoxid-Dosierstation für das Abwassernetz in der Nähe der Elba-Kreuzung. Dadurch soll die Bildung von gesundheitsgefährdendem Schwefelwasserstoff reduziert werden. Das hatte nämlich bei der Annahme beim Klärwerk Lüneburg zu Schwierigkeiten geführt, Mitarbeiter mussten zeitweise Atemschutz tragen. Auch durch Wassersparmaßnahmen sei im Raum Bardowick immer weniger Flüssigkeit in den Leitungen, das Abwasser verweile dadurch länger in den Kanälen und bilde verstärkt Gase.

Als neues Mitglied des Samtgemeinderates Bardowick wurde Christian Baudorff (SPD) verpflichtet, er ist der Nachrücker für den Vögelser Heinz Fricke, der zwischenzeitlich sein Rats-Mandat aus persönlichen Erwägungen zurückgegeben hatte (LZ berichtete). Zudem beschloss der Rat einstimmig eine Vorschlagsliste mit 28 Namen für die Auswahl der Schöffen in der Strafgerichtsbarkeit für das Geschäftsjahr 2014 bis 2018.