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Der Weg in den Ilmenaugarten

ahe Lüneburg. Es ist das am nächsten zur Innenstadt gelegene Neubaugebiet Lüneburgs, und doch ist es nicht leicht zu erreichen. Denn Ilmenau, Eisenbahnschienen und Kleingärten umzingeln das rund 97 000 Quadratmeter große Areal auf dem ehemaligen Güterbahnhof An der Wittenberger Bahn. Das soll sich aber ändern, deshalb wird eine Brücke gebaut. Von der Friedrich-Ebert-Brücke aus soll sie das Gelände mit dem idyllischen Namen Ilmenaugarten erschließen. Gestern setzten die Verantwortlichen der Stadt den symbolischen ersten Spatenstich und erklärten Details zum neuen Bauwerk.

Aus der Innenstadt kommend wird die neue Brücke links von der Friedrich-Ebert-Brücke abgehen, und zwar kurz vor der Einmündung Pirolweg. Eine Ampel regelt die Auf- und Abfahrt. Die neue Drei-Feld-Spannbetonbrücke über die Ilmenau wird etwa 95 Meter lang sein, die Straße bis zum tatsächlichen Baugebiet insgesamt etwa doppelt so lang. Gegründet wird die 11,75 Meter breite Brücke auf 75 Pfählen, die bis zu 15 Meter tief in die Erde reichen. Zusätzlich zur 6,50 Meter breiten Fahrbahn wird es einseitig einen drei Meter breiten kombinierten Geh- und Radweg, auf der anderen Seite einen Not-Gehweg geben. Eine Lärmschutzwand zum neuen Baugebiet hin soll für mehr Ruhe bei den neuen Nachbarn sorgen.

Die Brücke ist die Hauptzufahrt zum Areal, ein Teilbereich werde später aber auch von der Altenbrückertorstraße zu erreichen sein, erklärt Stadtbaurätin Heike Gundermann. Im Zuge der Bauarbeiten werde auch das Auslaufbauwerk der Goldbeek – ein kleiner Bach – erneuert. Die Stadt kalkuliert mit einem Jahr Bauzeit. Die Kosten belaufen sich auf zwei Millionen Euro für die Brücke und eine Million Euro für die Straße. 800 000 Euro zahlen die Investoren des Baugebietes, rund 1,65 Millionen fließen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, 550 000 Euro übernimmt die Stadt.

Bereits im Frühjahr nächsten Jahres sollen die ersten Grundstücke auf dem Ilmenaugarten-Areal Baureife erlangt haben. 69 000 Quadratmeter Nettobaulandfläche stehen 28 000 Quadratmeter Grün- und Erschließeungsflächen gegenüber. Bis 2017 sollen auf dem Gelände laut der Gesellschafter Schulte Bauregie, Maszutt Bauer Immobilien sowie Roland Wölk Projektentwicklungs GmbH überwiegend Wohnungen, aber auch Büros, kleinere Läden, Hotels und Dienstleistungsgewerbe, soziale Einrichtungen und Gastronomie entstehen. Für die Energieversorgung solle dort ein bioerdgasbetriebendes Blockheizkraftwerk sorgen.

Eine Gruppe von Studenten des Masterstudiengangs Nachhaltigkeitswissenschaften hat sich das Gebiet unter den Gesichtspunkten einer nachhaltigen Quartiersentwicklung angeschaut und den Gesellschaftern Handlungsempfehlungen mit auf den Weg gegeben. Sie reichen von Spielstraßen über einen Sportplatz bis hin zu einem Platz für einen Wochenmarkt.