Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Brückensperrung ärgert Hohnstorfer

kre Hohnstorf/Elbe. Autofahrer müssen sich erneut auf die Sperrung der Elbbrücke zwischen Hohnstorf und Lauenburg gefasst machen. Dieses Mal aber nicht wegen Hochwasser, sondern wegen Straßenbauarbeiten: „Die Fahrbahn der Bundesstraße 209 muss im Bereich der Hohnstorfer Rampe zwischen der Einmündung der Landesstraße 219 und der Vorlandbrücke komplett saniert werden“, erläutert Dirk Möller, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Deshalb wird die Straße ab Montag, 8. Juli bis voraussichtlich 19. Juli für den Autoverkehr erneut gesperrt.

Was für die Straßenbauer eine Notwendigkeit ist, ist für die Politik in Hohnstorf ein erneuter Aufreger. „Die Landesbehörde lässt die Bevölkerung, Pendler, Gewerbetreibende, Pflegedienste und Ärzte im Regen stehen“, kritisiert die stellvertretende Hohnstorfer Bürgermeisterin Annette Kork. Die Hohnstorfer hatten sich nämlich für die Zeit der Bauarbeiten eine halbseitige Lösung mit Ampelregelung gewünscht, um so die Brücke weiterhin befahrbar zu halten. Doch das lehnt Dirk Möller nicht nur aus baulichen, sondern auch aus sicherheitstechnischen Gründen ab. Er sagt: „Die Vollsperrung ist notwendig, weil wir das Kanalnetz erneuern müssen.“ Dazu müssen die Bagger mehr als ein Meter tief die Erde ausheben. „Die Straße aber ist zu schmal, um bei einer halbseitigen Sperrung die Arbeitssicherheit zu gewährleisten.

Neben der Erneuerung der Regenwasserkanalisation werden die Arbeiter auch den Straßenuntergrund neu aufbauen, die Fahrbahndecke erneuern und die Stützmauer in Teilbereichen sanieren. Kosten dieser Aktion: rund 320 000 Euro.

Den Vorwurf, dass seine Behörde bei der Sanierung wenig Rücksicht auf die Bevölkerung nehme, kontert Möller: „Es hat ausführliche Gespräche mit den betroffenen Gemeinden gegeben“, betont er und fügt hinzu: „Unter anderem sollen Park-and-ride-Plätze für die Bauzeit zur Verfügung gestellt werden.“ Denn mit dem Auto kann die Brücke während der Bauzeit nicht passiert werden, wohl aber zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Annette Kork überzeugt das nicht – zumal dieser Vorschlag ihren Worten zufolge von den Gemeinden selbst gekommen sei. Als Notlösung. „Eigentlich müsste man rechtliche Schritte gegen die Landesbehörde prüfen“, fährt sie scharfes Geschütz auf, die Behörde verweise nämlich in ihren Plänen auf die Vollsperrung im Jahr 2007, als der Fahrbahnbelag erneuert wurde und die Brücke eine Woche gesperrt war. „Offensichtlich ist man der Meinung, dass das damals auch alles reibungslos gelaufen ist“, wundert sich die stellvertretende Gemeindechefin. Damals fuhr eine Fähre – „finanziert durch Spenden und durch die betroffenen Kommunen Hohnstorf, Lauenburg und die Samtgemeinde Scharnebeck“, erinnert Kork. Diesen Service werde es dieses Mal nicht geben: „Die öffentlichen Kassen sind leer und von der Landesbehörde, die eigentlich für den Elbübergang sorgen müsste, wird es auch keine Zuschüsse für einen Fährverkehr geben“, kritisiert die stellvertretende Hohnstorfer Bürgermeisterin.