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Ein Becher für die Rekordflut

tja Lauenburg. Ein Flut-Becher hat in der kleinen aber feinen Töpferei „Der Topf“ der Lauenburgerin Karin Scherling bereits Tradition. Sie hat bereits Keramikbecher mit den Wasserständen 8,70 Meter (2002), 9,11 Meter (2006) und 9,23 Meter (2011) gefertigt – und jetzt auch ganz aktuell die ersten Flut-Becher mit dem Höchststand vom 12. Juni fertig: 9,64 Meter. „Entsprechend der Tradition beträgt der Verkaufspreis diesmal analog zum Wasserstand 9,64 Euro“, sagt die Töpferin. 64 Cent davon spendet sie für die Betroffenen des Hochwassers.

„Es waren schon einige Leute hier und haben gefragt, ob ich wieder einen Flut-Becher auflege“, berichtet Karin Scherling. Doch weil sie drei Wochen lang mit ihrer Töpferei an der stellenweise überfluteten Elbstraße 89 selbst im Ausnahmezustand war, kann sie erst jetzt mit der Produktion loslegen.

Außerdem gibt es einen zweiten Flut-Becher, den die Wasserstände der vergangenen Jahre zieren. „Der ist bei Touristen sehr beliebt“, sagt Karin Scherling, die ihren „Topf“ 1990 eröffnet hat. Bei 1280 Grad brennt sie den verarbeiteten Ton, schafft so Haushaltskeramik, die sogar für Spülmaschinen und Mikrowellen geeignet ist.

An der Elbuferpromenade hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Siegmar auch den Pegel geschaffen, der sämtliche historischen Wasserstände und typische Lauenburger Motive vereint. „Wir wollten eigentlich gerade die Jahreszahl 2011 für den Wasserstand der letzten Flut einbauen, als uns das neue Hochwasser überraschte“, sagt Karin Scherling.

Jetzt wird sie gleich eine neue Jahreszahl 2013 fertigen und den Pegel dann ergänzen, sobald das Wasser die Promenade wieder freigegeben hat. „Bisher hat der Pegel alle Hochwasser ohne nennenswerte Schäden gut überstanden, mal sehen, wie er jetzt aussieht“, sagt die Töpferin.