Dienstag , 27. September 2016
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Mit dem Handy zum Wunschbrötchen

lkö Lüneburg. Käse, Wurst oder doch lieber Mett, mit Remoulade und Salat? Beim Bäcker ein belegtes Brötchen zu bestellen, scheint für manche Lüneburger eine Herausforderung zu sein. Deshalb haben die Studenten Jörg Brackrock, Karina Eikermann, Hannes Köster, Inge Nehring und Tobias Twesten eine App entwickelt, mit der sich Kunden individuell ihr Wunschbrötchen gestalten und dann in der nächsten Filiale einer Kette abholen können. Die App ist Gewinner des Publikumspreises beim Ideenwettbewerb „Handwerk im Web 2.0“ von der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und der Universität.

Der Wettbewerb, der jetzt zum vierten Mal stattfand, war Teil eines Projektseminars, bestehend aus einer Vorlesung von Ursula Weisenfeld zum Thema Innovationsmanagement und einem praktischen Teil unter der Leitung von Jens Schmidt. „Es ist total spannend, mit so vielen Menschen über eine Idee nachzudenken, dabei ist es gar nicht so entscheidend, ob die Idee umgesetzt wird oder nicht. Es geht darum, kreativ zu sein“, erklärt Schmidt. Insgesamt 59 innovative Konzepte wurden gesichtet, die besten elf Teams durften ihre Ideen im Großen Saal der Handwerkskammer präsentieren.

Den ersten Preis und somit 1000 Euro hat das Konzept Meisterwerk gewonnen. Eine Plattform, die den Entstehungsprozess eines Handwerkerproduktes, wie zum Beispiel eine Yacht, dokumentiert und veranschaulicht. „Wir wollten die Kommunikation zwischen Kunden und Handwerkern verstärken“, beschreibt Christopher Weigand die Konzeptidee. Durch die Veranschaulichung würde außerdem die Vorfreude gesteigert.

Auch Udo Kaethner, Berater für Internet und E-Commerce der Kammer, ist begeistert: „Das Handwerk hat oft ein Problem, darzustellen, wieso die Produkte so teuer sind, das wäre damit gelöst. Da die Kunden die Bilder ihres Produktes per Twitter oder Facebook mit ihren Freunden teilen können, ist es außerdem gute Werbung für den jeweiligen Handwerker.“

Wem es schwer fällt, sich eine neue Wandfarbe in seinem Wohnzimmer vorzustellen, dem wäre mit dem Konzept iMagine geholfen. Die Studenten gewannen 750 Euro für den zweiten Preis. „iMagine ist eine Beratungs-App fürs Malerhandwerk, um Kundenwünsche zu visualisieren“, fasst Franziska Bartels das Konzept grob zusammen. Praktisch sehe das so aus: Der Nutzer macht ein Foto von der zu streichenden Wand und kann dann die Farbe oder Tapete einfügen. „Die Ideenfindung in unserer Gruppe ging schnell, die grafische Umsetzung war da schwieriger“, berichtet Marketing-Studentin Bartels. Ihre Mitstreiter studieren unter anderem auch Business Development und Human Ressources. Das Projektseminar lief studiengangsübergreifend. „Insgesamt eine heterogene Gruppe“, freute sich Schmidt, „vom Wirtschaftsinfomatiker bis zum Juristen war alles mit dabei.“

Der mit 500 Euro dotierte dritte Preis ging an WerkerRat-StudentenTat. „Viele Studenten beschäftigen sich automatisch mit Social Media, haben aber kaum Ahnung von handwerklichen Dingen. Wir stellen uns einen Austausch beruhend auf dem Gegenseitigkeitsprinzip vor“, erklärt Lea Jacob. Handwerker zeigen Studenten beispielsweise, wie ein Reifenwechsel funktioniert, dafür kümmern sich die Studenten um die Social-Media-Präsenz der Handwerker. So hätten beide Seiten etwas davon.