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Gedenken soll Namen bekommen

emi Lüneburg. 167 Opfer aus einem KZ-Transportzug, der im April 1945 auf dem Lüneburger Güterbahnhof bombardiert worden ist, ruhen auf dem Ehrenfriedhof Tiergarten südlich der Siedlung Schäferfeld. In der städtischen Gräberliste sind alle Bestatteten als „unbekannt“ mit Todesdatum 7. April 1945 aufgeführt. Nach ausführlichen Recherchen Jan Effingers vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge konnten nun 16 Namen von Opfern mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ermittelt werden, „außerdem sind weitere Häftlingsnummern bekannt“, erklärt Effinger.

In der jüngsten Sitzung des städtischen Grünflächen- und Forstausschusses verständigten sich die Mitglieder nun aufgrund der neuen Informationslage auf eine grundlegende Umgestaltung der Grabstätte. Diese beinhaltet, die ehemaligen sechs Grabreihen links und rechts des Weges wiederherzustellen und – wo es möglich ist – individuelle Grabkennzeichnungen anzubringen. Dazu müssten erhebliche Rodungsarbeiten ausgeführt werden, denn die Grabreihen sind heute mit Rhododendren überwuchert.

Effinger sprach sich dafür aus, am Ende jeder Grabreihe eine Stele mit den schon bekannten Namen aufzustellen und gegebenenfalls später ermittelte Namen nachzutragen. Auf LZ-Nachfrage sagt er: „Das will ich der Stadt auch noch schriftlich vorschlagen.“

Stadtbaurätin Heike Gundermann kündigte an, zunächst die Kosten für die Maßnahme ermitteln sowie ein Konzept entwickeln zu wollen, außerdem Geld beim Land Niedersachsen zu beantragen. „Doch das kann dauern. So lange bleibt alles, wie es ist“, sagt sie gegenüber der LZ.

Die Toten im Ehrenhain waren zunächst in einem Massengrab ganz in der Nähe der jetzigen Stelle verscharrt worden. Die englische Besatzungsmacht veranlasste die Umbettung der Toten am 3. Oktober 1945. So ist es auch auf einer Infotafel am Ehrenfriedhof nachzulesen. Ursprünglich hatten dort einmal 256 KZ-Häftlinge gelegen. Zwischen 1951 und 1959 wurden die identifizierbaren Toten in ihre jeweiligen Heimatländer überführt.