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„Internat macht Bau(ern)kultur“

off Echem. Es ist ihr eine Herzenssache, seit Martina Wojahn die Leitung des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums (LBZ) Echem vor zwei Jahren übernommen hat. Jetzt rückt ihr Ziel in greifbare Nähe: die Modernisierung des in die Jahre gekommenen Internatbereichs. Rund 1,8 Millionen Euro sollen in die Umgestaltung und Sanierung des Gebäudekomplexes fließen, eine 60-prozentige Förderung hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bereits in Aussicht gestellt. Seit wenigen Tagen liegt Martina Wojahn nun auch der Entwurf vor. Unter dem Motto „Internat macht Bau(ern)kultur“ hat sich das Lüneburger Büro „Oldenburg. Plesse. Architekten. BDA“ mit seiner Idee in einem Architektenwettbewerb gegen vier Mitbewerber durchgesetzt.

Ausgelobt hat den Wettbewerb die Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Trägerin des LBZ in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Niedersachsen. „Insgesamt wurden sechs Vertreter aus der Region aufgefordert, einen Entwurf abzugeben“, sagt Wojahn. Fünf Bewerbungen gingen ein, unter denen ein Preisgericht aus insgesamt sechs Vertretern von Architekten- und Landwirtschaftskammer den Sieger kürte. „Gemeinsam nehmen wir mit dem Gewinnerbüro jetzt noch kleine Anpassungen am Entwurf und eine konkrete Kostenschätzungsermittlung vor“, erklärt die LBZ-Chefin, „dann übergeben wir das Ganze dem BIBB zur Prüfung und hoffen, so schnell wie möglich grünes Licht zu bekommen.“

Starten soll der Internatsumbau in der lehrgangsarmen Zeit kommenden Sommer – zu einem Zeitpunkt, zu dem auch Aus- und Neubau der Lehrwerkstätten Schwein und Rind auf Hochtouren laufen dürften. Wie berichtet, wird die Landwirtschaftskammer die überbetriebliche Ausbildung in Niedersachsen am Standort Echem konzentrieren, dafür die bestehende Einrichtung für rund 22 Millionen Euro (ohne Internat) ausbauen und die Lehrwerkstatt Schwein in Wehnen bei Oldenburg schließen. Dass in diesem Rahmen auch die Unterkünfte in Echem auf den neuesten Stand gebracht werden sollen, ist für Martina Wojahn nur konsequent. „Denn wenn wir wollen, dass die jungen Leute irgendwann wiederkommen und sich bei uns weiterbilden lassen“, sagt sie, „dann müssen wir dafür sorgen, dass sie sich hier auch wohlfühlen.“

Bisher bieten weder die Zimmer des Internats noch die Aufenthaltsräume Wohlfühlatmosphäre. Spärliche Ausstattung, dunkle Holzverkleidungen, kein Internetzugang und bis auf Kegelbahn und Fitnessraum im düsteren Keller kaum Aufenthaltsträume für die Lehrgangsteilnehmer. Ausstattung, die größtenteils so alt ist wie die 1955, 1974 und 1980/81 gebauten Internatsgebäude. „Und die den heutigen Freizeitbedürfnissen der Jugendlichen nicht mehr entspricht“, sagt Martina Wojahn. Umso glücklicher ist sie, dass sich mit der Sanierung bald eine ihrer Herzensangelegenheiten als LBZ-Chefin erfüllt.