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Drama um verletzten Adebar im Kanal

emi Brietlingen/St. Dionys. Die Hosenbeine waren klitschnass, die Schuhe erst einmal weg: Mit einem beherzten Sprung in den Neetze-Kanal zwischen Brietlingen und St. Dionys fing Torsten Broder, Vorsitzender der Jägerschaft Lüneburg, jetzt einen verletzten Weißstorch ein. Zusammen mit den ehrenamtlichen Storchenbetreuern Gundhild und Hubert Horn aus Bleckede bereitete er das Tier für seinen Transport ins NABU-Artenschutzzentrum Leiferde im Landkreis Gifhorn vor. Ein toller Einsatz – doch ohne Erfolg. „Der Storch hatte einen mehrfachen Trümmerbruch in der Schwinge, musste leider eingeschläfert werden“, berichtet Gundhild Horn.

Bevor es zu der Hilfsaktion kam, liefen in Brietlingen, St. Dionys und Bleckede zunächst die Telefonleitungen heiß. Entdeckt habe den Storch der Kindergarten Moorburg, erzählt Gudrun Frank vom anderen Brietlinger Kindergarten mit dem passenden Namen „Storchenland“. Dessen Personal habe dann sie, Gudrun Frank, verständigt und sie wiederum habe Torsten Broder von der Jägerschaft angerufen.

Der ermittelte erst einmal fachmännisch den genauen Standort des Vogels, machte sich vor Ort ein Bild der Lage und stellte fest: „Der Flügel sieht nicht gut aus.“ Daraufhin schaltete er die Storchenbetreuer Gundhild und Hubert Horn aus Bleckede ein. Gemeinsam fassten sie den Plan: „Den fangen wir!“

Ausgerüstet mit Kescher, Netz und Decke fuhren die drei am nächsten Morgen zu der Stelle am Kanal, an der der Storch gesichtet worden war. Weil das flugunfähige Tier mit hängendem Flügel vor ihnen weglief, trieben die Männer es ins Wasser – und sprangen kurzerhand hinterher. „Dabei sind kurzzeitig meine Schuhe verloren gegangen“, berichtet Broder. „Barfuß bin ich dem Storch hinterher gestakst, zusammen mit dem Storchenbetreuer konnte ich ihn schließlich einfangen.“ Seine Schuhe habe er nach dem Rettungseinsatz aus dem Kanal fischen müssen. Doch der Jägerschaftsvorsitzende klagt nicht, lobt stattdessen die Arbeit seiner Helfer: „Die muss man würdigen, herzlichen Dank.“

Torsten Broder trug Adebar anschließend „wie ein Kind im Arm“ aus dem Wasser, fixierte gemeinsam mit dem Ehepaar Horn die Flügel und legte den Vogel in ein Häuschen aus Pappkarton. Darin wurde der Storch auf der Auto-Rückbank nach Leiferde gebracht.

Doch auch, wenn der Weißstorch am Ende nicht gerettet werden konnte – Torsten Broder würde jederzeit wieder helfen, denn für ihn steht fest: „Wir wollen die streng geschützte Art erhalten, da müssen wir Einsatz zeigen.“