Aktuell
Home | Lokales | Achtjährigen vor Ertrinken gerettet
3393471.jpg

Achtjährigen vor Ertrinken gerettet

lz Scharnebeck. Dieser Einsatz ging zum Glück noch einmal glimpflich aus: DLRG-Schwimmer retteten am Sonnabend Mittag am Inselsee einen Achtjährigen aus höchster Not. Den Jungen hatten beim Schwimmen offenbar die Kräfte verlassen, so dass er es auch nicht mehr schaffte, in das Schlauchboot seines Bruders zu krabbeln. Der Achtjährige drohte zu ertrinken. Kein Einzelfall: Immer wieder kommt es vor, dass die DLRG-Rettungsschwimmer ausrücken müssen: Nicht nur, weil viele ihre Kräfte überschätzen, sondern auch, weil immer mehr Schulen den Schwimmunterricht reduzieren oder sogar ganz einstellen.

Eine Entwicklung, die auch DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens aus Adendorf seit langem kritisiert. Zum 100. Geburtstag der DLRG vor einem Jahr nannte er Zahlen: „Heute können nur 50 Prozent der Bevölkerung schwimmen, Ende der 1980er-Jahre hatte die Schwimmfähigkeit noch bei 90 Prozent gelegen“, betonte Dr. Klaus Wilkens. Den Abwärtstrend führt er auf die zunehmend schlechteren Bedingungen im Schulschwimmunterricht zurück. „Nur rund 15 Prozent der Kinder lernen heute in der Grundschule schwimmen.“

Kommunen schlössen Bäder, weil sie deren Unterhalt nicht mehr finanzieren könnten. Allein in den vergangenen zehn Jahren seien 1500 Bäder dem Sparzwang der Kommunen zum Opfer gefallen. Das alles sei besorgniserregend, könnte dazu führen, dass die Zahl der Ertrinkungsopfer künftig wieder ansteige, gab Wilkens anlässlich des 100. Geburtstages der DLRG im vergangenen Jahr zu bedenken.

Als „beängstigenden Trend“ bezeichnen Sportwissenschaftler die Entwicklung, dass Lehrer inzwischen das „Seepferdchen“ als Nachweis für die Schwimmfähigkeit gelten lassen. „Das ‚Seepferdchen‘ dient lediglich der Schwimmvorbereitung“, sagt auch Mike Schalinski, stellvertretender Pressesprecher der DLRG Ortsgruppe Adendorf-Scharnebeck: „Die Kinder können sich maximal eine Bahn über Wasser halten“, mahnt Schalinski.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LZ.