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„Keiner bleibt auf dem Schaden sitzen“

tja Lauenburg. Nach dem Hochwasser der Elbe vor drei Wochen summieren sich die Schäden in Lauenburg mittlerweile auf rund 25 Millionen Euro. Diese Zahl nannte gestern Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD) bei einem Besuch in der Stadt. Breitner versicherte, niemand werde auf seinen Schäden sitzen bleiben, jeder bekomme Aufbauhilfe. Allerdings: Umsatzeinbußen bekommen die betroffenen Unternehmer und Gastronomen nicht ersetzt.

Der Innenminister war nach Lauenburg gekommen, um gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Thiede und dem amtierenden Landrat Norbert Brackmann eine Bilanz des Katastropheneinsatzes zu ziehen. An der Runde nahmen auch Vertreter der Feuerwehr, der Polizei und der Verwaltung teil. Breitner: „Der Katastropheneinsatz hat hervorragend geklappt, mein Respekt.“ Vier Mal hatte er während des Hochwassers im Juni Lauenburg besucht, um sich vor Ort aus erster Hand zu informieren. Bisher erkanntes kleines Manko laut Breitner: Die Kommunikation zwischen der Einsatzleitung in Lauenburg und dem parallel eingerichteten Krisenstab in Kiel müsse verbessert werden.

Zurzeit sind bereits zwei Millionen Euro an Sofort- und Aufbauhilfe für Hausrat und Haushalt ausgezahlt, so Breitner, vier Millionen Euro stünden für betroffene Unternehmen zur Verfügung.

„Die Schäden sind immens“, berichtete Brackmann. Er hofft ebenso wie Thiede auf Unterstützung des Landes, denn Kreis und Stadt befinden sich in einer Konsolidierungsphase, Geld ausgeben dürfen sie nicht. „Wir bewältigen auch finanzielle Katastrophen“, versprach der Innenminister, in dessen Ressort die Konsolidierung fällt, Unterstützung aus Kiel.

„Nach der Flut ist vor der Flut, als letztes Glied in der Kette entlang der Elbe brauchen wir in Zukunft einen besseren Schutz“, erklärte Brackmann. Gestern Abend brachte der örtliche Fachausschuss dafür einen Ideenwettbewerb auf den Weg. Thiede: „Die neuen Pegelwerte haben uns vor ganz neue Herausforderungen gestellt, wir müssen bei allen Schutzmaßnahmen neu ansetzen und eine geschlossene Schutzlinie schaffen.“ Die müsse vom Elbdeich über den Bahndamm und die Schleuse entlang der Altstadt bis hinter den Borkeplatz reichen, heißt es.

In der Altstadt gehen unterdessen die Aufräum- und Reparaturarbeiten an Straßen und Häusern mit Hochdruck weiter.