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Reif für die Insel

dth Radbruch. Der Radbrucher Eckart Stuhlmann ist reif für die Insel. Dieser Ansicht schien das Bardowicker Bauamt zu sein als es darum ging, ihm eine Verkehrsinsel vor die Grundstückseinfahrt in der Schäfer-Ast-Straße zu bauen. Jetzt ärgert sich der Holzkaufmann mehrmals täglich, wenn er mit Auto und Anhänger rechts vom Hof herunterfahren will, um zu seiner Lagerhalle im Ort zu kommen – und um die Verkehrsinsel herumzirkeln muss. Der Einbau der sogenannten Querungshilfe ist Teil der Umgestaltung des gegenüberliegenden Grundschulgeländes und ist dazu gedacht, den Schulweg sicherer zu gestalten. Während Stuhlmann schon laut über eine gerichtliche Auseinandersetzung nachdenkt, bietet die Samtgemeinde Bardowick ihm ein klärendes Gespräch bei einer Testfahrt um die Verkehrsinsel an.

Stuhlmann ist überzeugt, Opfer eines Schildbürgerstreiches geworden zu sein. Dabei habe das Ehepaar Stuhlmann noch Mitte Mai Radbruchs Bürgermeister Achim Gründel eingeschaltet, „um diese unsinnige Baumaßnahme zu stopppen“. Auf LZ-Nachfrage sagt Gründel: „Ich wurde über das Problem erst informiert, als die Steine schon verlegt waren.“ Zudem weist er darauf hin, dass es sich dabei um eine Baumaßnahme der Samtgemeinde Bardowick handelt.

Dennoch versuchte Gründel zu vermitteln, fuhr zu Testzwecken auch mit dem eigenen Pkw auf das Grundstück rauf und runter – so wie Mitarbeiter der ausführenden Baufirma mit Fahrzeug und Anhänger. Gründel sagt: „Der Abstand zur Einfahrt ist knapp kalkuliert, aber man kommt geradeso um die Verkehrsinsel herum.“ Dennoch sagt der Gemeindebürgermeister: „Man hätte sie auch ohne Weiteres um einen Meter verlegen können.“

Doch der Rückbau und eine Verlegung sei aus Sicht des Bauamtes mit Verweis auf erhebliche Mehrkosten verworfen worden, behauptet Stuhlmann. Zu den Testfahrten sagt er: „Häufig muss ich aus beruflichen Gründen mehrmals täglich auch mit einem kleinen Lkw samt Anhänger vom und auf mein Grundstück fahren – und dann passt es gar nicht mehr. Dann muss ich entweder schon mit einem Rad über die Verkehrsinsel fahren oder über den abgesenkten Bordstein. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Verwaltung bemüßigt sieht, sich meines Problems anzunehmen.“

Dem widerspricht auf LZ-Nachfrage Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann. Es habe bereits mehrere Gespräche mit dem Radbrucher gegeben. Und: „Es besteht weiterhin das Angebot an Herr Stuhlmann, dass er uns demonstriert, welche Schwierigkeiten er hat. Nach den technischen Abmessungen ist der Abstand vollkommen ausreichend. Aber die Situation ist nicht festgefahren. Wenn es etwas zu korrigieren gibt, werden wir einen Weg finden.“