Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Tafel braucht neuen Sprinter

as Lüneburg. Ehrenamtliches Engagement gehört für Hans-Jürgen Höppner, Gerd Persyn, Horst Hoven und Bernhard Dittmer einfach zu ihrem Leben dazu. Sie zählen zu den rund 30 Helfern der Lüneburger Tafel. In Dreier-Teams starten diese unter der Woche mit dem Tafelbus, um Waren in Supermärkten, Bäckereien und auf dem Wochenmarkt abzuholen, die dann in der Einrichtung Im Tiefen Tal 64 an Kunden ausgegeben werden. Nun hat die Tafel ein dickes Problem: Der Sprinter ist marode, dringend muss ein neuer her. Doch der Verein hat dafür noch nicht das Geld zusammen, hofft auf Spenden aus der Bevölkerung.

Die Lüneburger Tafel wurde 1995 mit als eine der ersten Tafeln in Deutschland gegründet, sie ist ein eingetragener Verein und Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafel. Von den rund 30 aktiven Mitgliedern und ebenso vielen Helfern werden überschüssige, noch verwertbare Lebensmittel aus dem Handel eingesammelt und an Menschen in besonders schwierigen wirtschaftlichen Situationen ausgegeben. Laut Marina Kroll und Jürgen Luxemburger vom Vorstand sind in der Kundenkartei rund 2700 Namen verzeichnet. „350 bis 400 Personen kommen pro Woche in die Ausgabestelle, dahinter stehen oft ganze Familien“, berichten sie. Tendenz steigend, pro Woche werden bis zu zehn Neuanträge gestellt. Dienstags ab 13 Uhr ist das unter Vorlage des Personalausweises und eines Einkommensnachweises (das Einkommen darf den Hartz-IV-Satz nicht überschreiten) bei Konstanze Dahlkötter, neu im Vorstand, möglich.

Damit die Ausgabestelle der Tafel stets gut bestückt ist, bedarf es des ehrenamtlichen Einsatzes der aktiven Mitglieder und ehrenamtlicher Helfer. „Eine Tour, das sind 50 bis 70 Kisten“, berichten Höppner, Persyn, Hoven und Dittmer. Dazu kommen Fahrten nach Zarrentin und Stelle, wo Waren vom Zentrallager der Edeka und Rewe abgeholt werden. Die Montagstour geht von 8 bis 17 Uhr, „ehrenamtliches Engagement ist hier mehr als ein Fulltime-Job“, lobt Marina Kroll die Helfer. Die freuen sich, dass sie mit ihrem Einsatz anderen Menschen helfen können. Das Miteinander sei gut, und man habe etwas Sinnvolles zu tun, wenn man arbeitslos sei, meinen sie.

Doch das ganze Projekt steht und fällt mit dem Tafelbus. Der ist inzwischen sechs Jahre alt, hat 130 000 Kilometer auf dem Buckel. Inzwischen nagt der Rost nicht nur an dem Gefährt, „auch die Reparaturen nehmen extrem zu. Wir brauchen einen neuen Bus mit Kühlung, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird“, sagen Kroll und Luxemburger. Ins Auge gefasst haben sie einen „Coolen Flitzer“ von Mercedes, der mehr Ladefläche hat als der derzeitige Sprinter. Da Mercedes die Tafeln bundesweit unterstützt, würde der Autokonzern 20 000 Euro der Kosten tragen. „32 000 Euro sind aber noch offen“, so Marina Kroll. Ein Teil könne aus Spenden fließen, auch der Verkauf des alten Gefährts würde noch etwas bringen, „aber unterm Strich klafft noch eine Lücke“, erklären die Vorstandsmitglieder. Sie hoffen einmal mehr auf die Unterstützung von Privatleuten und Unternehmen und sind zuversichtlich.

Denn die Tafel findet immer wieder Unterstützer, wie jüngst durch die Matthäus-Gemeinde. Mitglieder um Pastor Friedemann Pache haben Aufenthaltsraum, Flur und Lager gestrichen, die Farbe dafür gespendet und außerdem rund 300 Transportkisten gereinigt.

Weitere Informationen und das Spendenkonto gibt es unter www.lueneburger-tafel.de oder unter Tel.: 40 21 80.