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Erdbeermarmelade und Club-Tanz

lkö Lüneburg. Martha Schultz sitzt in einer riesigen Erdbeere. Die steht auf dem Parkplatz vor dem Garbers-Center in Häcklingen und gehört zum Erdbeerhof Glantz. Drei dieser Erdbeerhäuschen stehen in Lüneburg. Hier verkauft Martha mehrmals die Woche Erdbeeren. Sie ist nicht die einzige Jobberin, viele Lüneburger Schüler und Studenten haben jetzt in den Sommermonaten Zeit und wollen sich etwas dazu verdienen.

Die Agentur für Arbeit in Lüneburg vemittelt keine Ferienjobs. „Ab und an rufen Schüler oder Studenten an, die einen Ferienjob suchen, aber meistens werden die über Eltern, Bekannte oder Aushänge vermittelt“, erzählt Jeanette Unterberger von der Agentur für Arbeit.

Die Versteuerung von Ferienjobs sei vom Alter unabhängig, weiß Berit Kaiser vom Finanzamt Lüneburg: „Verdient der Arbeitnehmer unter 450 Euro, kann das über die Bundesknappschaft abgerechnet werden oder aber über die Lohnsteuerkarte in der Steuerklasse 1. Aber wie abgerechnet wird, das entscheidet der Arbeitgeber.“

Martha spart ihr Geld für eine Reise nach Thailand, die 20-Jährige ist gerade erst aus Neuseeland zurückgekommen und hat schon wieder Fernweh. Aber im Moment gefällt es ihr in ihrem Erdbeerhaus ganz gut. Gerade den Kontakt mit den Kunden schätzt sie: „Am süßesten sind die Omas, die mit mir immer über Erdbeermarmelade fachsimpeln wollen.“ Zwischendurch bleibt auch mal Zeit zum Lesen oder Stricken. Ihr Job sei sehr entspannt, aber leider auch begrenzt: „Die Erdbeersaison geht meist nur bis Ende Juli, danach haben wir noch eine Spätsorte, die, wenn die Ernte gut ist, bis in den August verkauft wird.“ Und danach? Will Martha studieren, am liebsten Pädagogik in Kiel. Ob Martha noch Erdbeeren sehen kann am Ende des Tages? „Na klar, die schmecken immer“, grinst sie.

Schmecken tut es auch den Gästen in Schröder’s Garten. Vincent Kock sorgt dafür, dass alles schnell an ihre Tische kommt. Der 19-Jährige hat über Freunde von dem Job erfahren, er hat vorher noch nie in der Gastronomie gearbeitet: „Ich hätte echt nicht gedacht, dass es so anstrengend ist“, lacht er. An sonnigen Tagen ist der Biergarten voll, dann ist Vincent nur noch am „hin- und herlaufen“. Aber der Schüler schätzt die Abwechslung: „Ich habe lieber etwas zu tun, als nur herumzusitzen.“ Freundlich sein könne er auch sehr gut und lächeln natürlich: „Na, hat es Ihnen geschmeckt?“, fragt er grinsend. In den Ferien will der Lüneburger jetzt fast jeden Tag arbeiten, danach wird er wieder die Schulbank in der BBS 3 mit Schwerpunkt Pädagogik drücken.