Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg tankt Kraft der Sonne
3400173.jpg

Lüneburg tankt Kraft der Sonne

jwi Lüneburg. Vor 30 Jahren ging auf der Nordseeinsel Pellworm das erste Solarkraftwerk Deutschlands ans Netz. Die Nennleistung damals: 300 Kilowattstunden (kW). Längst sind Solaranlagen auch in Lüneburg angekommen, gehören auf den Dächern privater und öffentlicher Gebäude zum Alltag. Die größte Anlage im Landkreis wurde im vergangenen Jahr auf der Mülldeponie in Bardowick in Betrieb genommen. Sie hat eine Leistung von 2700 kW – das Neunfache der Pionier-Anlage.

Seit 1983 hat sich die Technik enorm verbessert, sind die Photovoltaikpanele billiger geworden. Der Trend aber gehe weg von Großanlagen, hin zu kleineren auf Privathäusern, um den Eigenstrombedarf zu decken, weiß Jürgen Nölke vom Lüneburger Solarverein Sunon.

Das bestätigt die Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede. In ihrem Einzugsbereich seien nur kleinere Anlagen am Netz, die aber immerhin eine Leistung von insgesamt 6785 kW hätten. In dem Gebiet würden dank Windkraft und Biomasse weit mehr als 100 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Energien erzeugt, Solarenergie spiele hier aber eher eine untergeordnete Rolle.

Während auf dem Land viel Strom durch Windkraft und Bioenergie erzeugt wird, ist der Anteil in der Stadt Lüneburg und in Adendorf viel niedriger. „In Adendorf zum Beispiel liegt der Anteil um die zehn Prozent. Das liegt daran, dass es dort Industrie gibt, also einen hohen Verbrauch, aber keine Windanlagen oder große Solarkraftwerke. Nur kleinere Solarzellenflächen gibt es auf Dächern von Privathäusern“, erklärt Hartmut Jäger vom örtlichen Energieversorger Avacon.

Nölke vom Solarverein Sunon hat selbst seit 1992 eine eigene Anlage auf dem Dach seines Hauses in Dahlenburg und gehört damit zu den Pionieren im Landkreis. Seine Anlage habe einst 39 000 Mark gekostet, heute würde eine vergleichbare Anlage 2500 bis 3000 Euro kosten. Nach wie vor rentiere sich die Investition, ist Nölke überzeugt, sowohl für Privatpersonen als auch für Betriebe. Denn die Strompreise würden weiter steigen, eine eigene Anlage mache unabhängiger. Er glaubt aber, dass durch die sich ständig ändernden gesetzlichen Bestimmungen viele Menschen abgeschreckt würden, sich eine Photovoltaikanlage anzuschaffen. „Besser wäre es, wenn das Erneuerbare Energien Gesetz sich nicht ständig ändern würde.“

Häufig schließen sich auch mehrere Privatleute zusammen, um in die Kraft der Sonne zu investieren. Bürgersolaranlagen sind solch ein Beispiel oder auch die von der Lüneburger Energiegenossenschaft „Zukunftsgenossen“ geplante 60-kW-Photovoltaikanlage auf der St.-Ursula-Schule. Damit die Anlage realisiert werden kann, sind noch weitere „Genossen“ vonnöten, die ebenfalls investieren. Im vorigen Jahr haben die Zukunftsgenossen eine Anlage mit 134 kW auf einem Dach der Firma Holz Herbst in der Goseburg ans Netz genommen.

Richtig niedlich wirkt die erste Anlage auf Pellworm im Vergleich zum weltgrößten Solarpark im südlichen Brandenburg bei Senftenberg. Diese Anlage hat eine Leistung von 166 000 Kilowattstunden und erstreckt sich auf einer Fläche von 200 Hektar. Das entspricht der Größe von mehr als 185 Fußballfeldern.