Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Der Kaiser lebe hoch

ki Bad Bevensen. Tatsächlich gab es Kaiserwetter, als es jetzt zum neunten Mal in Bad Bevensen hieß „Der Kaiser kommt“. Weit über tausend Gäste, die zum Teil aus Nordrhein-Westfalen bis Baden-Württemberg angereist waren, verfolgten das historische Spektakel, ausgerichtet vom Verein Der Kaiser kommt e.V.: In Erinnerung an die Zeit, als Kaiser Wilhelm I. Bevensen besuchte, um vom dortigen Bahnhof mit der Kutsche zu seinem Jagdschloss in der Göhrde zu fahren. Mehr als 200 Darsteller nahmen die Zuschauer in der Kurstadt mit auf eine Zeitreise ins Jahr 1871.

Im Wilhelmsgarten am Bahnhof war zeitweilig derart Hochbetrieb, dass es kaum noch freie Sitzplätze gab. Es herrschte Volksfeststimmung. Mit 103 Jahren wurde Eleonore Kastner aus Berlin als ältester Gast gefeiert und erhielt viel Beifall, als sie ein Gedicht mit mehreren Strophen gekonnt aufsagte.

Während Manfred Paul Schulze als Hauptmann Schulz aus Berlin durch das achtstündige Programm führte, gab Hans-Jürgen Betzholz als Bürgermeister Leopold Kempe von 1871 einen interessanten geschichtlichen Überblick. Das Wendland wurde in diesem Jahr von der Schützengilde Lüchow historisch repräsentiert. Und der Eisfelder Spielmannszug in thüringischen Uniformen war im Dauerspieleinsatz. Als dann der Zerbeliner Reitermarsch erklang – „Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wieder haben“ – war es soweit: Der Kaiser nebst seiner Gemahlin Augusta in Begleitung des Kronprinzen Wilhelm von Preußen und Gemahlin Victoria und weiteren königlichen Hoheiten wurden von Betzholz vorgestellt und unter Hochrufen willkommen geheißen.

Der Festumzug durch die Stadt endete am Kirchplatz. Zu den Klängen von „Ich hatte einen Kameraden“ wurde ein Denkmal enthüllt und ein Kranz niedergelegt. Zurück im Wilhelmsgarten gab es ein abwechslungsreiches Programm: Eine Schulstunde anno 1870 wurde dargestellt, es gab eine Modenschau historischer Gewandungen mit einer kleinen Theatervorstellung, einen Scherenschnitt ließ sich mancher Gast von seinem Konterfei fertigen, der Waffenmeister der Festung Ehrenbreitstein Koblenz demonstrierte alte Waffen und die Salonlöwen sowie die Hupfdohlen ihre Tanzkünste.

Viel Beifall erhielt die Reiterstaffel, unter Leitung Fiona Alt aus Bad Bodenteich, in ihren historischen Uniformen. Salutschützen aus Uelzen mit vier Kanonieren schossen fünf Mal, beim letzten Treffer „brannte“ es: Die historische Feuerwehr Rosche-Prielip rückte mit der Handdruckspritze an und löschte den Brandherd. Mit einem Platzkonzert klang das historische Spektakel in der Kurstadt aus.