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Bardowicker gestaltet Museum neu

tja Bardowick/Lauenburg. Im Schatten des imposanten Bardowicker Doms entsteht das Innenleben des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums – im Atelier von Museumsplaner Uwe Franzen. „Eine großartige Aufgabe“, freut sich der Kreative, der die Raumplanung erledigt. 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche überplant Franzen unter dem Motto „Mensch- Modell-Maschine“. Voraussichtlich im Sommer 2014 soll die neue Ausstellung eröffnet werden. Bis dahin ist noch viel zu tun.

Der LZ gewährte Franzen einen Einblick in sein sonst abgeschottetes Atelier. Anhand von Modellen, die die Aufteilung der zur Verfügung stehenden Etagen und Räume maßstabsgetreu zeigen, gestaltet Franzen die Flächen und geht dafür viel mehr in die Tiefe, als es bisher der Fall war. Franzen: „Wir wollen die Elbe von der Quelle bis zur Mündung präsentieren, es ist schließlich das Elbschifffahrtsmuseum und kein Heimatmuseum“, stellt der Museumsplaner klar. „Das Material, das uns jetzt vorliegt, würde für drei Museen zum Thema reichen“, sagt Museumsleiter Joachim Kedziora.

Das Konzept ist bereits im kleinen Maßstab beeindruckend. Lebensgroß aufgezogene Fotos von Menschen an verschiedenen Arbeitsplätzen zum Thema Schifffahrt werden in den Räumen mit den Besuchern sprechen, moderner Technik sei dank. Franzen: „Wir setzen auf moderne Techniken, die uns viel mehr Möglichkeiten bieten, als wir es uns bisher vorstellen konnten.“

Zum ersten Mal in einem deutschen Museum kommt ein Bildschirm zum Einsatz, der eine transparente Oberfläche hat und damit durchsichtig ist.

Wer das Museum betritt erfährt in einem ersten Raum alles über 1000 Jahre Schifffahrtsgeschichte als roten Faden. Daran schließen sich verschiedene Themenräume an. Etwa zum Thema Kettenschifffahrt. Dazu wird eine 4,75 Meter lange originale Kette in einem Podest auf dem erhöhten Boden plaziert. So, wie die Kette früher am Grund der Elbe lag und die Schiffe zog. „Ein sehr spannendes Kapitel der Schifffahrt, ohne das die Eisenbahn die Schiffe als Transportmittel abgehängt hätte“, weiß Franzen durch seine Recherchen.

In einem anderen Raum fährt ein auf raumhohen Fotos aufgezogener Eisbrecher auf die Besucher zu. Am Boden wird mit LED-Leuchten eine eisige Darstellung beleuchtet. Franzen: „Die großen Fotos bieten uns die Chance, Monitore, Klappen und Gucklöcher für weitere Informationen zu integrieren. Wenn der Zuschauer also Lust hat, zu einem Thema mehr zu erfahren, kann er das, ohne, dass wir andere Besucher mit den Informationen überfrachten“, erklärt der Museumsplaner.

Kedziora hat künftig die Möglichkeiten, auch Projektoren einzusetzen, die ihm – je nach Besuchergruppe – zusätzliche Informationen auf den Boden projizieren. In anderen Darstellungen kann man sich alle 48 Zollstationen entlang der Elbe anzeigen lassen, wer mag, kann den Spruch „Arsch auf Grundeis“ erkunden. Im ersten Obergeschoss gibt es einen Raum für Seminare und Sonderschauen.

Künftig wird das Elbschifffahrtsmuseum außerdem eine „Außenstelle“ bekommen: In Räumen der Hitzler-Werft an der Bahnhofstraße. Kedziora: „Wir haben dort das ehemalige Hauptmagazin angeboten bekommen. Dort wollen wir den Part ‚Schiffbau aus Stahl‘ komplett präsentieren.“ Dieser Teil war der letzte Abschnitt, der noch im alten Elbschifffahrtsmuseum eingerichtet worden war. Nun passt er weder thematisch noch räumlich in das sanierte Museum. „Die Möglichkeit, es bei Hitzler zeigen zu können, ist einfach authentisch. Das hat wirklich Charme“, sagt Kedziora.

Die Neugestaltung des Museums wurde möglich, nachdem das vorhandene Gebäude saniert und durch das ebenfalls sanierte Haus am Kirchplatz ergänzt wurde. Mit Zuschüssen in Höhe von 600 000 Euro der Europäischen Union kann nun auch der Innenbereich neu gestaltet werden.

Die Grobplanung für alle Räume im Elbschifffahrtsmueseum steht. „Jetzt geht es um die Feinplanung, demnächst werden wir auch erste große Vitrinen und andere Baustellen ausschreiben können“, sagt der Planer aus Bardowick.