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Schweinerei im Wald

ol Lüneburg. Zerbrochene Glasflaschen, Plastiktüten oder Dosen zeugen von einem rauschenden Fest im Freien – können jedoch für das heimische Wild zu einer lebensgefährlichen Falle werden. Oder einen Wald in Schutt und Asche verwandeln. Für Reh, Fuchs und Co. können Joghurtbecher oder Konservendosen fatale Folgen haben. Auf Futtersuche bleiben sie mit der Schnauze darin stecken und es droht ein grausiger Hungertod. Auch Eimer, Plastikflaschen und -tüten bedeuten für viele Wildtiere Erstickungsgefahr, warnt die Jägerschaft im Landkreis Lüneburg.

In zurückgelassenen Plastik-schnüren, Draht und Schlingen verfangen sich Hirsch oder Reh oft so sehr, dass sie sich nur schwer und unter großen Schmerzen fortbewegen können. Klein, aber extrem gefährlich sind Gummibänder: Sie schnüren nicht nur Gliedmaßen ab, sie legen sich auch leicht um die Zunge eines Tieres.

Für Vögel sind menschliche Abfälle nur scheinbar nützlich. Sie benutzen des Öfteren Kunststoffreste für den Nestbau. Für ihre Jungen kann dieses Recycling jedoch tödlich enden. Denn das schwer verrottbare Material dichtet das Nest so sehr ab, dass das Regenwasser daraus nicht mehr ablaufen kann und die Grünschnäbel ertrinken in ihren Nestern.

Zu buchstäblich doppelt brenzligen Situationen können herumliegende Flaschenteile führen: An den scharfen Kanten fügen sich viele Tiere Schnittwunden zu, die oft zu schweren Infektionen führen. „Zudem bündelt im Sonnenlicht liegendes Glas die Sonnenstrahlen so, dass darunter liegendes Gras oder Holz schnell in Flammen aufgehen können“, warnt die Jägerschaft. Waldbrände seien nicht selten die verheerenden Folgen. Außerdem gelte im Sommer im Wald und in der Heide ein absolutes Rauch- und Grillverbot.

Nicht nur in Wald und Flur, sondern auch vor der eigenen Haustür ist es wichtig, Abfälle richtig zu entsorgen. Herumliegende Essensreste in Gärten, Parks und Straßenrändern locken unwiderstehlich wilde Besucher an. Für Wildschweine, Fuchs und andere Allesfresser werden diese Orte durch ungesicherte Hausabfälle zu einem regelrechten Schlemmerparadies. Konflikte seien dann programmiert, erklärt die Jägerschaft Lüneburg. Sie appelliert zudem an alle Urlauber und Erholungssuchende, darauf zu achten, dass Speiseabfälle an Camping- und Raststätten sicher entsorgt werden. Nicht zuletzt auch, um das Schweinepestrisiko so gering wie möglich zu halten.