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Senioren stehen im Mittelpunkt

dth Adendorf. Nicht nur die Veranstalter staunten über die Resonanz. „Ich hätte gar nicht erwartet, dass so viele hier teilnehmen“, zeigte sich Besucherin Gertrud Kerl (94) von dem bunten Treiben erfreut. Die Seniorin gehört zu einer wachsenden Bevölkerungsschicht, nicht nur in Adendorf, wo der Anteil der Einwohner im Alter über 60 Jahren mittlerweile rund 27 Prozent beträgt. Tendenz: steigend. Weil also Zukunftspolitik vermehrt auch Seniorenpolitik bedeutet, hat die Gemeinde Adendorf nun ein Zeichen gesetzt mit einer besonderen Premiere: Mehr als 270 „Ü60er“ folgten der Einladung zu Kaffeeklatsch und „Dans op de Deel“ auf dem Rathausplatz. Bei der Gelegenheit verteilte Organisatorin Sandra Eddelbüttel von der Gemeindeverwaltung auch das neue Konzeptpapier zur „Kommunalen Seniorenpolitik“.

Doch zunächst stand die Freude an der gemeinsamen Veranstaltung im Vordergrund, die mit viel ehrenamtlichem Engagement und Hilfe von Sponsoren auf die Beine gestellt worden war. Die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin und Organisatorin Eddelbüttel sagte dann zum Auftakt vor dem fröhlichen Publikum: „Tanzen ist Naturgewalt, wer tanzt, wird 100 Jahre alt. Unter diesem Motto wird jetzt Bürgermeister Thomas Maack die Tanzbühne eröffnen . . . und mit der Dame seiner Wahl den Tag beginnen.“ Die Wahl fiel auf seine Mutter Lieselotte Maack. Gemeinsam eröffneten sie bei Walzer-Klängen den Tanzreigen.

Für Kurzweil hatte zuvor auch Landrat Manfred Nahrstedt (64) gesorgt, der sich als Ü60er nicht nur in guter Gesellschaft wähnte, sondern auch über die möglichen Herausforderungen im ersten Jahr eines Neu-Rentners sinnierte. Auch Lieselotte Geiß von den Adendorfer Plattsnackers unterhielt mit kleinen Döntjes. Für stimmungsvolle Musik sorgte schließlich Bubi Twesten. Bewegung auf das Tanzparkett brachte dann die achtköpfige Tanzgruppe des TSV Adendorf unter anderem zum 1999er-Sommerhit „Mambo No. 5“. Zum Dans op de Deel unter freiem Himmel vor dem Rathaus wagten dann auch Hans Hartig (61) und Waltraud Mainka (81) aus Adendorf ein paar Schritte. „Solche Veranstaltungen sollte es häufiger geben“, sagten beide unisono.

Mit der positiven Resonanz haben die Veranstalter ein zentrales Ziel erfüllt: „Wir wollen auch die Senioren erreichen, die nicht in Vereinen und Verbänden organisiert sind“, sagt die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin Eddelbüttel. Den Auftakt hatten die Adendorfer bereits im Oktober vergangenen Jahres gemacht, bei einer Infoveranstaltung für Senioren in der Grundschule Weinbergsweg. Dort gaben die älteren Einwohner schon die ersten Impulse für eine seniorengerechtere Kommunalpolitik. Den Ball hat Bürgermeister Thomas Maack aufgenommen: „Wir planen die Einrichtung einer Begegnungsstätte für Senioren.“ Dafür könnten Teile des Jugendzentrums umgebaut werden. Denn auch Seniorenpolitik ist Zukunftspolitik.

Ein Video von der Veranstaltung finden Sie auf der LZ-Facebookseite.