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Mäxx-Betreiber wollen nicht weichen

ca Lüneburg. Die Betreiber des „Mäxx“ haben ihre Klage gegen den Vermieter des Lokals an der Schröderstraße verloren. Sie kündigen aber an, in die Berufung zu gehen. Die 4. Zivilkammer am Landgericht urteilte gestern: Die Wirte müssen den Komplex räumen. Doch wann es dazu kommt, bleibt abzuwarten. Gerichtssprecherin Frauke Albers erklärte, dass die Wirte für eine Berufung das Oberlandesgericht in Celle anrufen können. Wenn der Vermieter die Räumung jetzt durchsetzen wolle, was er nach dem Urteil dürfte, könnten die Pächter das zunächst abwehren, wenn sie als Sicherheitsleistung 125 000 Euro aufbringen.

Die Angelegenheit ist kompliziert. Die Verhandlung Mitte Juni gewährte Einblicke in das Geflecht. Die Geschichte hat mit der Familie Sevim zu tun, die das Mäxx ursprünglich betrieb. Nachdem Kneipier Mehmet Sevim nach Problemen mit der Steuerfahndung vor zwei Jahren aus Lüneburg verschwunden war, hatte ein Verwandter das Lokal für den Zeitraum 2011 bis 2020 gepachtet und wiederum einen Untermietvertrag mit der Levante GmbH geschlossen. Anfang des Jahres hatte der Verwandte Sevims plötzlich eine Kündigung an den Vermieter geschickt, so schnell wie möglich wolle er das Lokal abgeben. Der Vermieter akzeptierte die Kündigung für Ende März. Doch der Untermieter, die Levante GmbH, wollte nicht weichen.

Vor Gericht argumentierte Gesellschafter Demir Tas für die Levante GmbH, die Kündigung sei formal nicht korrekt. Zudem habe ja nicht er gekündigt – und man habe viel Geld investiert. Schon damals hatte der Richter gesagt, das möge bedauerlich sein, doch diese Frage müsse Tas nicht mit dem Vermieter, sondern mit seinem Vertragspartner klären – eben dem besagten Verwandten Mehmet Sevims.

Für den Vermieter erklärt dessen Anwalt Sebastian Jäkel, dass man an der Kündigung und Räumung festhalte: „Für einen freiwilligen Auszug haben wir bislang kein Signal erhalten.“ Er gehe davon aus, dass die Gegenseite vor das OLG in Celle ziehen wolle: „Auch um auf Zeit zu spielen.“ Abzuwarten sei, ob die jetzigen Betreiber die Sicherungsleistung von 125 000 Euro aufbringen könnten. Wäre das nicht der Fall, kann der Vermieter einen Gerichtsvollzieher mit der Räumung beauftragen.

Levante-Gesellschafter Tas erklärte, dass er selbstverständlich in Berufung gehe, die Gesellschaft die 125 000 Euro Sicherungsleistung aufbringe. Er schicke nicht auf einen Schlag 70 Mitarbeiter nach Hause. „Wir werden hier noch in ein paar Jahren sitzen, das geht bis zum Bundesgerichtshof.“