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Kühle Dusche, lauwarmer Tee

as Lüneburg. Endlich ist der Sommer da – und das mit voller Wucht. Zum Wochenende sind Temperaturen bis zu 36 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit angesagt. Für den Organismus ist das eine extreme Belastung, im schlimmsten Fall kann das zu einem Kollaps führen. Wie Sie gesund durch die heißen Tage kommen, dazu sprach die LZ mit Prof. Dr. Torsten Kucharzik, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie am Städtischen Klinikum.

Viel trinken. Als Richtwert empfiehlt der Mediziner einen halben Liter über dem Normalverbrauch (zirka zwei Liter pro Tag). Bei körperlichen Belastungen sollte es jedoch zum Teil erheblich mehr sein. Mineralwasser sollte erste Wahl sein, kombiniert mit ein wenig Fruchtsaft wird der Salz- und Magnesiumhaushalt wieder aufgefüllt. Getränke sollten keinesfalls eiskalt sein, dadurch wird die körpereigene Wärmeproduktion wieder angekurbelt. Empfehlenswert sind auch lauwarme Kräuter- und Früchtetees. Auf Kaffee mal verzichten, denn Koffein bringt den Kreislauf auf Touren, doch danach fällt der Körper kreislauftechnisch in ein Loch. Auch Wein und Bier besser streichen, Alkohol entzieht dem Körper noch mehr Flüssigkeit.

Aufenthalt in der prallen Sonne möglichst vermeiden, das gilt besonders für die Zeit zwischen Mittag und frühem Nachmittag. Wenn das unvermeidbar ist, Kopfbedeckung tragen. Denn wer sich ungeschützt in der Sonne aufhält, kann einen Sonnenstich erleiden. Dieser ist unmittelbare Folge einer übermäßigen Erwärmung der Schädeldecke. Das reizt die Hirnhäute und es kommt zu einer Schwellung, die sich auch auf das Gehirn auswirken kann. Bei Übelkeit, starken Kopfschmerzen und Erbrechen unbedingt den Arzt aufsuchen, appelliert Prof. Kucharzik. Als erste schnelle Maßnahme sollte ein feuchtes, kaltes Tuch auf den Kopf gelegt werden.

Körperliche Belastung möglichst vermeiden. Sportliche Betätigungen in die frühen Morgenstunden verlegen, wenn es noch kühl ist. Bei starker Hitze in Kombination mit schwüler Luft – auch in geschlossenen Räumen -, kann es im schlimmsten Fall zum Hitzeschlag kommen. Typische Symptome sind Kopfschmerz, Schwindel, Erbrechen mit Blutdruckabfall sowie Bewusstseinsstörungen. Sofort Notarzt alarmieren, Kleidung lockern und Patienten Luft zufächeln.

Leicht essen. Schnitzel, Pommes und ein großer Teller Pasta sind gestrichen, da fettreiche und üppige Mahlzeiten schwer im Magen liegen, den Kreislauf zusätzlich belasten. Obst, Gemüse und Salate, auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag verteilt, sind die ideale Kost.

Regelmäßiges Abkühlen unterstützt das Herz-Kreislauf-System im Kampf gegen zu viel Körperhitze. Optimal ist eine kalte Dusche oder ein Sprung ins kühle Wasser. Wer im Büro sitzt, sollte sich einfach mehrmals am Tag kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen oder die Füße in einen Eimer mit kaltem Wasser tauchen.