Donnerstag , 29. September 2016
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Fuß vom Gas für die Kleinen

ahe Lüneburg. 3884 Unfälle gab es auf Lüneburgs Straßen im vergangenen Jahr. Dass die Zahl der Kinder, die einen Unfall auf ihrem Schulweg hatten, mit acht statistisch im Promillebereich und deutlich unter den Zahlen auf Landes- und Bundesebene lag, ist Uwe Schröder ein Beleg für die gute Präventionsarbeit, die in Stadt und Landkreis geleistet werde. „Da ist Lüneburg vorbildhaft“, findet der Verkehrssicherheitsbeauftragte der hiesigen Polizei. Und ein wesentlicher Baustein dieser vorbildlichen Präventionsarbeit ist seit 2004 die Aktion „Achtung! Die Kurzen kommen.“. Sie soll auch in diesem Jahr wieder dafür sorgen, dass alle, die Auto, Lkw, Bus oder Motorrad fahren, zu Schuljahresbeginn gerade auf die im Verkehr noch unerfahrenen Erstklässler besondere Rücksicht nehmen.

Der Slogan der Aktion klebt auf den Bussen der KVG, den Lastwagen des Bundeswehrausbildungszentrums, auf Streifenwagen der Polizei und auf vielen Privatautos. Darüber hinaus sollen große Banner in der Nähe von Grundschulen für mehr Achtsamkeit sorgen. Die KVG ist seit Beginn der Aktion dabei, also nunmehr zum zehnten Mal. André Knispel, Betriebsratsvorsitzender des Unternehmens, sagt: „Wir machen mit, weil die Schüler von Anfang an bei uns mitfahren.“ Als Busfahrer kennt er kritische Situationen an Schulen, weil sich gerade kleinere Kinder nicht immer so verhalten, wie Erwachsene es erwarten. „Das ist Alltag.“ Eine Aktion, die durch den Slogan an den Fahrzeugen öffentlich präsent sei, trage dazu bei, besonders aufmerksam zu sein. Zusammen mit seiner Kollegin Madlen Ulbrich nahm er deshalb gerne die Aufkleber entgegen, um sie an den Bussen anzubringen. Mindestens bis zu den Herbstferien sollen sie kleben bleiben – und für die KVG-Crew gleichzeitig auch Anspruch sein: „Wir wollen die Schüler sicher von A nach B bringen“, sagt Madlen Ulbrich.

LZ-Verleger Jens Wiesemann ist überzeugt, dass die Aktion auch im zehnten Jahr alles andere als überflüssig ist: „Die Aufkleber und Banner erinnern die Autofahrer stets daran, den Fuß vom Gas zu nehmen und besonders aufmerksam zu fahren. Dadurch trägt die Aktion zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr bei.“

Auch Oberkommissar Uwe Schröder sieht die Notwendigkeit der jährlichenWiederholung: „Es sind ja jedes Jahr neue Erstklässler und damit jedes Jahr neue Eltern. Und gerade die sind an Schulen oft zu schnell unterwegs.“ Er empfiehlt Eltern der Mädchen und Jungen, die am 10. August eingeschult werden, mit ihren Kindern den Weg zur Grundschule vorher mehrmals abzugehen, sie auf potenzielle Gefahren hinzuweisen und zu zeigen, wie man sich dort richtig verhält. Zudem rät er, morgens stets genügend Zeit einzuplanen, damit die Kinder nicht hetzen müssen – Eile könne gefährlich sein. Gleichzeitig kündigt Schröder auch an, die Eltern zu kontrollieren: „In den ersten Wochen nach Schulbeginn werden meine Kollegen verstärkt an den Schulen präsent sein und jeden Verstoß ahnden. Denn oft sind Kinder auf dem Weg zur Schule nicht angeschnallt.“

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