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Erste Hilfe für Columbus-Eiche

rov Privelack. „In so einen Baum klettern zu dürfen, ist eine Ehre“, sagt Baumpfleger Marcus Gröger aus Hannover, als er sich aus der gut 30 Meter hohen Baumkrone abseilt. Früh morgens hat er sich mit seinen Kollegen Frank Nolting und Jonathan Janßen auf den Weg ins rund 190 Kilometer entfernte Privelack in der Gemeinde Amt Neuhaus gemacht – ehrenamtlich. Denn die Columbus-Eiche in Privelack braucht die Hilfe der Baumpfleger.

Rund 650 Jahre alt ist die Stieleiche in dem kleinen Ort. Erst im vergangenen Jahr hat es der knorrige Riese auf eine Karte des Magazins der Wochenzeitung „Die Zeit“ geschafft. Verzeichnet sind darin 43 Bäume in ganz Deutschland – alle älter als 600 Jahre. Doch in den vergangenen Wochen hat die Hitze auch der Columbus-Eiche zu schaffen gemacht. Die Folge ist ein sogenannter Grünbruch: Wegen der anhaltenden Trockenheit ist ein rund 40 Zentimeter dicker Ast abgeknickt und heruntergefallen. Dabei hat das rund eine Tonne schwere Bruchholz drei weitere Äste beschädigt.

„Früh morgens hörte ich einen lauten dumpfen Knall und bin direkt in unseren Garten raus. Zuerst wusste ich gar nicht, was passiert war, aber dann sah ich die dicken Äste am Boden liegen“, erzählt Baumbesitzer Thomas Grosch. Gemeinsam mit seiner Frau Babette betreibt er eine kleine Pension und ein Café nur knappe 30 Meter entfernt von der Columbus-Eiche mit einem Stammumfang von 630 Zentimetern. Und damit Passanten nicht von weiteren herunterfallenden Ästen gefährdet werden, entschied sich Grosch, das Tot- und Bruchholz am Baum entfernen zu lassen und die befreundeten Baumpfleger um Hilfe zu bitten.

Vor Ort ist für Marcus Gröger schnell klar, dass die Erste-Hilfe-Maßnahme nur ein erster Schritt sein kann. Denn die Eiche ist von einem Pilz befallen und muss umfangreich behandelt werden. Die Kosten schätzt Gröger auf 3500 bis 4000 Euro. Eine Summe, die Baumbesitzer Grosch nicht aus der Portokasse zahlen kann. „Das müssen wir irgendwie über Sponsoren und Spenden wieder hereinbekommen“, sagt der Privelacker. Als Gegenleistung sollen Spender echte Columbus-Eichen-Thaler erhalten. Dazu haben die Baumpfleger aus Hannover das Bruchholz in Scheiben geschnitten und aufgearbeitet. „Dieser Baum hat viele Jahrhunderte überlebt, also will ich nun alles dafür tun, dass er auch dieses Jahrhundert übersteht“, sagt Grosch.