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Bürgerbusse nehmen Fahrt auf

uk Amelinghausen. Mobilität auf dem Lande – das kann für manche Bürger zum Problem werden. Wer kein eigenes Auto besitzt oder eine Bushaltestelle in der Nähe hat, für den ist es oft nur schwer möglich, Einkäufe zu erledigen oder Termine bei Ämtern und Ärzten wahrzunehmen. Das weiß man auch bei der Samtgemeinde Amelinghausen, die deshalb ein spezielles Angebot entwickelt hat: Die beiden Bürgerbusse stehen nun auch für individuelle Fahrten bereit. „Die Anmeldung sollte möglichst bis zum Vortag erfolgen, dann kann jeder den Bürgerbus nutzen, egal ob für Einkaufstouren oder Arzttermine“, erklärt Nina Meyer, die im Rathaus für die Organisation der Fahrten zuständig ist.

Der Fuhrpark der Samtgemeinde ist mit zwei neuen Kleinbussen, einem Neunsitzer und einem 16-Sitzer, komfortabel aufgestellt. Genutzt wurde der kommunale Fahrdienst bisher vor allem für die Schülerbeförderung und für Jugendgruppen, auch Kindergärten und Vereine können für Fahrten auf die Busse zurückgreifen. Mit den Fahrten für Einzelpersonen kommt nun seit Mai ein weiteres Angebot hinzu. Und das nimmt immer stärker Fahrt auf: „Anfangs war die Resonanz schwach. Inzwischen haben wir vier bis fünf Buchungen pro Woche, das ist wohl auch auf die gute Mund-zu-Mund-Propaganda zurückzuführen“, vermutet Nina Meyer.

Als Flop hat sich dagegen die „Waldbad-Linie“ erwiesen, die über die Sommermonate das Amelinghausener Waldbad ansteuern sollte: „Die mussten wir wieder einstellen, offenbar gibt es keinen Bedarf“, so Nina Meyer. Neben drei festen Fahrern setzt sich Peter Hunsteger als ehrenamtlicher Fahrer hinter das Steuer, sorgt so dafür, dass das Projekt läuft. „Mal bin ich nur eine Stunde unterwegs, mal einen halben Tag, das macht mir einfach Spaß“, sagt der 68-jährige Ex-Bundeswehr-Fahrlehrer, der sich noch Mitstreiter wünscht: „Dann wäre man noch flexibler.“ Das wünschen sich auch die Verantwortlichen im Rathaus: „Das Pilotprojekt läuft Ende 2014 aus“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker, „danach würden wir gerne einen Bürgerbus-Verein gründen, der überwiegend ehrenamtlich getragen wird.“

Die Bürgerbusse holen Fahrgäste direkt an der Haustür ab, die Fahrer sind beim Einstieg behilflich und können auch Rollstühle transportieren. Das Entgelt orientiert sich am HVV-Tarif. „Für eine Fahrt nach Lüneburg sind 2,95 Euro fällig“, nennt Nina Meyer ein Beispiel. Anmeldungen unter Tel.: 0 41 32/92 09 72.