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Samtpfoten suchen Zuhause

off/sim Lüneburg. Sie geht auf Samtpfoten durchs Leben, kann mit ihrem Schnurren den menschlichen Blutdruck senken und in Lebenskrisen den Therapeuten ersetzen: Die Katze ist unser Haustier Nummer eins, doch längst nicht alle der rund zwölf Millionen Vierbeiner in Deutschland leben glücklich an der Seite eines Menschen. Aus Anlass des heutigen Weltkatzentages stellt die LZ vier Katzen vor, mit denen es das Schicksal weniger gut gemeint hat – und die im Lüneburger Tierheim oder bei der Katzenhilfe Bleckede auf ein neues Zuhause warten.

Emma ist alt, kann nichts mehr hören und hat schon vor Jahren ihren Schwanz verloren. Was genau die schwarz-weiße Katze erleben musste, weiß Brigitte Ruhnke nicht. Doch die Vorsitzende der Katzenhilfe Bleckede hofft, dass Emma noch ein liebevolles Zuhause findet. Seit dreieinhalb Jahren lebt die alte Dame bei ihr in Barskamp – nur eine von vielen alten, behinderten oder chronisch kranken Katzen, um die sich der Verein kümmert, weil niemand sie haben will. Zu Emma geführt hat ein Hilferuf. „Eine alte Dame meldete sich bei uns, weil in ihrer Nachbarschaft verwilderte, kranke und abgemagerte Katzen lebten.“ Die Vereinsvorsitzende und ihre Mitstreiter fingen die Tiere ein, päppelten sie auf, ließen sie kastrieren und wieder frei. Nur Emma ging es so schlecht, dass sie blieb. „Sie ist unglaublich lieb.“

Kater Anton ist neun Wochen alt und hat sein Leben noch vor sich. Der graue Tiger ist einer von sechs Welpen, die eine verwilderte Bauernhofkatze im Mai bei Brigitte Ruhnke zur Welt gebracht hat. „Wir haben die Mutter eingefangen, um sie nach der Geburt und der Aufzucht der Welpen zu kastrieren“, sagt Ruhnke. Noch ein bis zwei Wochen bleiben die Jungen bei ihrer Mutter, „dann könnte Anton die Reise in ein neues Zuhause antreten“. Vermitteln lassen sich Welpen wie der Graugetigerte viel einfacher als erwachsene Katzen. „Dafür können wir uns vor Jungtieren oft nicht mehr retten.“ Auch jetzt steht die nächste Katzengeburt schon wieder kurz bevor.

Die schwarz-hellbraun gefleckte Katze Wendy hat viel hinter sich. Sie wurde Ende Juni in schlimmem Zustand in der Nähe von Bleckede gefunden. „Sie hatte eine schwere Wunde rund um den Hals“, erzählt Selina Martens, Leiterin des Tierheims Lüneburg. Die Tierpfleger vermuten, dass die Verletzung von einem Band oder einer Schlinge komme, die Wendy um den Hals gelegt wurde. „Man könnte denken, jemand hat versucht, sie damit zu erwürgen.“ Zum Glück verheile die Wunde gut. „Aber in einer Atmosphäre, in der Wendy sich wohlfühlt, würde sicher auch ihre Wunde schneller verheilen.“ Wendy sei total verschmust und liebe es, gekrault zu werden.

Der schwarze Kater Neo ist laut Judith Wilmes, Auszubildende im Tierheim, ein „ganz Toller“. Er wurde zusammen mit einem anderen Kater abgegeben, weil seine Besitzer umzogen. Der andere Kater wurde schon an einen neuen Besitzer weitervermittelt, Neo nicht, denn er ist Diabetiker. Zweimal am Tag braucht er eine Insulinspritze. Außerdem bekommt er spezielles Futter, das er aber gerne verputze. „Viele potenzielle Besitzer schrecken vor einem vermeintlich größeren Aufwand mit Neo zurück.“ Dabei lasse er das Spritzen ganz ruhig über sich ergehen und sei „wahnsinnig verschmust“. Und schwarze Tiere werden am seltesten mitgenommen. „Gefleckte und bunte Katzen werden viel lieber mitgenommen.“

Kontakt zum Lüneburger Tierheim per E-Mail an tiervermittlung@tierheim-lueneburg. de oder täglich 11 bis 12 Uhr (außer dienstags, donnerstags und sonntags) unter Tel.: 8 24 24.

Die Katzenhilfe Bleckede ist erreichbar unter Tel.: (01 51) 17 89 65 56 (Nachricht hinterlassen) oder per E-Mail an info@katzenhilfe-bleckede.de.