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Pauschal 150 Euro pro Bett?

ca Lüneburg. Kommen wird die Bettensteuer, sicher ist auch, dass die Stadt damit Einnahmen von rund 200 000 Euro pro Jahr erzielen möchte. Doch um die Details ringen Hoteliers und Verwaltung noch. Am Montagnachmittag saß eine Runde aus Wirten, Hotel- und Gaststättenverband sowie Kämmerin Gabriele Lukoschek und ihren Mitarbeitern im Rathaus zusammen. Einig war man sich, so schildern es Stadt und Beteiligte, dass man lieber eine freiwillige Lösung finden möchte, als eine starre Vorgabe der Verwaltung umzusetzen. Noch sind sich die Wirte untereinander nicht einig, so liegen die Vorstellungen auseinander. Ein Kompromiss muss schnell gefunden werden, denn nach dem Beschluss der Politik soll die sogenannte Beherbergungssteuer vom 1. Oktober an erhoben werden.

Bekanntlich möchte die Stadt ihren klammen Haushalt konsolidieren. Die neue Abgabe ist ein Stein in diesem Mosaik. Im Wirtschaftsausschuss hatte die Verwaltung Ende Juni ein Konzept präsentiert, das abgestufte Zahlungen je nach Hotelkategorie vorsah, auch die Betreiber von Ferienwohnungen, Wohnmobilstellplätzen und die Jugendherberge sollen pro Nacht zahlen. Die Beträge liegen pro Bett zwischen 50 Cent und drei Euro. Fällig wird der Betrag nur für Urlauber, Geschäftsreisende müssen nichts berappen. Die Stadt geht von 300 000 Übernachtungen pro Jahr aus, die Hälfte davon habe einen touristischen Hintergrund, wäre also gebührenpflichtig.

Die Wirte sehen Bürokratie und Kosten auf sich zukommen, wenn sie Formulare ausfüllen oder E-Mail-Buchungen an die Unterlagen heften müssen, die sie dann zwecks Überprüfung im Rathaus einreichen. Ihnen und auch der Stadt wäre eine Pauschallösung lieber. Die könnte so aussehen, dass die Hoteliers pro Jahr und Bett 150 Euro zahlen.

Doch offenbar gibt es Bedenken, hieß es im Nachhinein aus der Runde. So fragen sich einige Wirte, warum vor allem die rund 15 Hoteliers der Stadt, die mehr als zehn Betten anbieten, zur Kasse gebeten werden. Manche vermieten in den ersten drei Monaten des Jahres mangels Nachfrage kaum Zimmer, andere klagen, dass angesichts von Um- und Ausbauten so eine Abgabe zur Unzeit komme. Auch können sie die Kosten kaum an Gäste weitergeben, die ihr Zimmer vor Monaten zu einem Festpreis gebucht haben.

Stadtsprecherin Suzanne Moenck hält sich bei Details bedeckt, stellt aber klar, dass nicht nur die Wirte einen Beitrag leisten sollen, sondern auch andere Anbieter. Die Stadt setze auf eine Pauschallösung und wolle weitere Gespräche mit den Beteiligten führen.