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Spitzentanz mit Spartacus

ff Lüneburg. Clara hat eine harte Zeit hinter sich: drei Wochen Urlaub. Keine Ballettschule weit und breit, kein Tanzboden, keine Stange, keine Spiegelwand. Inzwischen trainiert die 13jährige Lüneburgerin wieder von morgens bis abends, und wenn die Schule losgeht, wird sie trotzdem, wenn irgend möglich, jeden Tag ins Studio gehen und die Ballettschuhe anziehen. Neben Ehrgeiz und Disziplin verfügt Clara Noa Rabeler offensichtlich auch über Ausstrahlung, Talent und gute Nerven: Vom Wettbewerb um den Deutschen Jugendtanzpreis in Augsburg kehrte sie mit einer Goldmedaille zurück — erster Platz, und das als Jüngste in ihrer Altersgruppe.

Ihre Trainer Artur und Christina Wojtasik sind natürlich mächtig stolz auf ihre erfolgreichste Schülerin. Clara dagegen ist zwar ein fröhliches Mädchen — aber sie plaudert nicht so gern über ihre Erfolge, längst ist sie wieder zum Training zurückgekehrt. Aktuell absolviert sie in dem Ballettstudio einen Workshop mit Olaf Schmidt, dem neuen Ballettchef des Theaters Lüneburg. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht ein Pas de deux, eine Duo-Szene aus dem Ballett „Spartacus“ mit Musik von Aram Chatschaturjan. Clara tanzt die Rolle der Phrygia, der Ehefrau des Gladiatoren. Ihr Partner in der Titelrolle ist ein erfahrener Profi: Matthew Sly, auch er am Theater Lüneburg engagiert und dort durch zahlreiche Rollen und Inszenierungen bekannt. Einen einigermaßen gleichaltrigen Partner zu finden, der all die komplizierten, anstrengenden und mitunter artistischen Schritt- und Hebe-Übungen bewältigt, ist nahezu aussichtslos.

In Augsburg musste Clara das ganze klassische Repertoire zeigen: Barre und Milieu, also Übungen an der Stange und in der Mitte des Saales, Sprünge, Pirouetten, Spitzentanz. Zur Jury zählten Mitglieder der John- Neumeier-Ballettschule unter Vorsitz von Peter Breuer, Ballettdirektor des Landestheaters Salzburg. Zwei weitere Schüler der Wojtasiks erwarben sich hier Anerkennung: Linda Voß und Fabian von Lindern.

Seit sie sechs Jahre alt ist, trainiert Clara klassisches Ballett. Im Lüneburger Theater und an der Hamburger Staatsoper verpasst sie keine Ballett-Inszenierung. Ihr nächster eigener Auftritt wird im kommenden Jahr zu den Höhepunkten von Wojtasiks Gala-Show gehören. Claras weitere Hobbies: Schwimmen, Joggen — Fitness ist für die drahtige Schülerin, die jetzt in die achte Klasse kommt, wirklich kein Problem. Süßigkeiten? Nö, müssen nicht sein. „Clara ist“, sagt ihre Mutter Claudia Erdmann-Rabeler, „mehr der Salat-Typ“.