Mittwoch , 28. September 2016
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Flachs und Freude für Familien

emi Lemgrabe. Wie stellt man ein Springseil aus Hanf her, woher kommt eigentlich der Begriff „miteinander flachsen“ und wie bügelte man zu Großmutters Zeiten? Auf diese und weitere Fragen gab es am Sonntag, 28. Juli, beim 16. Flachsfest in Lemgrabe Antwort. Bei Sonnenschein und Gitarrenklängen schlenderten am Vormittag viele Besucher über das Gelände, sahen dabei zu, wie an historischen Geräten Flachs bearbeitet wurde oder kauften Selbstgemachtes an den zahlreichen Verkaufsständen.

Unter einem weißen Pavillon im Eingangsbereich beantwortet das Ehepaar Söhl aus Dahlenburg jede Zuschauerfrage und führt unermüdlich die alten Holzgeräte zur Flachsbearbeitung vor. „Zuerst werden Bündel der getrockneten und gerotteten Flachspflanze auf einer Brake gebrochen“, erklärt Alfred Söhl. „So fallen die mürbe gewordenen, hölzernen Teile raus.“ Danach wird der Flachs auf dem Schwingbock mit der Flachsschwinge glatt und weich geschlagen. „Und dann kommt das Hecheln: Der Flachs wird durch ein spitzes, scharfes Nagelbrett gezogen. Je länger man hechelt, desto feiner wird er.“

Nebenan demonstriert das Ehepaar Edler auf einer nachgebauten Kaltmangel, wie in früheren Zeiten gebügelt wurde. Die beiden Ehepaare sind Mitglieder der Arbeitsgruppe Flachs und Leinen, die das Fest zusammen mit dem Förderverein der Feuerwehr Lemgrabe-Dumstorf und der Samtgemeinde Dahlenburg veranstaltet. Ulrike Söhl machen die Vorführungen Spaß: „Wenn wir nicht zeigen, wie Leinen hergestellt wird, gerät es in Vergessenheit.“ Die Weberin im Kloster Lüne, liebt Leinenstoff, also versponnenen Flachs: „Leinen trägt sich total angenehm, aber knittert auch leicht.“ Damit die Lieblingsleinenhose keine Falten bekommt, hat sie einen einfachen Tipp: „Vor dem Waschen für ein paar Stunden in eine Wasserwanne legen.“ Danach darf die Hose in die Waschmaschine. „Aber nicht schleudern.“ Und woher kommt der Begriff „miteinander flachsen“? „Die Leinenherstellung war ein Gesellschaftsereignis. Wo viele Menschen sind, wird oft gescherzt.“ Auch diese Frage wurde beim Flachsfest beantwortet.