Donnerstag , 29. September 2016
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Die Abschlussrechnung kommt noch

dth Lüneburg/Neuhaus. Das Hochwasser ist verschwunden, doch die endgültige Bilanz lässt auf sich warten. Noch immer laufen Rechnungen ein bei den Kreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg: für die Einsätze während des Katastrophenalarms im Juni. Die finanzielle Last der Deichverbände steht auf einem anderen Blatt – und in den Sternen, wie viel von den Millionenbeträgen, wie angekündigt, vom Land tatsächlich übernommen werden. „Wir warten auf ein Signal aus Hannover“ heißt es aus der Lüneburger sowie der Lüchower Kreisverwaltung. „Wir warten auf eine Rechnung. Dann entscheidet das Kabinett“, lautet auf LZ-Nachfrage eine Antwort aus Hannover. Einen Schritt weiter ist der Neuhauser Deichverband: Er verhandelt bereits mit dem Land.

Entscheidend für die Verteilung der Kosten sind drei Zeiträume: vor, während und nach dem Katastrophenalarm. Alle Maßnahmen und Arbeiten vor und nach dem Alarm gehen auf das Konto der Deichverbände – auch das Instandsetzen der Schutzwälle. Rechnungen für Einsätze während des Alarms laufen bei den Kreisen auf: Es sind Millionenbeträge.

Besonders der Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband droht allein wegen der Kosten des Sandsack-Rückbaus auf rund 40 Kilometer Deichlänge in die Bredouille zu geraten. Geschäftsführer Jürgen Sahs schätzte kürzlich die Kosten auf eine Million Euro. Zunächst wurde wie beim Artlenburger Deichverband auch in Neuhaus eine Firma beauftragt, die Sandsäcke einzusammeln. In der Hoffnung, das Geld etwa aus dem Hilfsfonds des Bundes zurückzuerhalten. Denn im Gegensatz zu den Artlenburger Kollegen haben die Neuhauser „mehr Deiche, weniger Beitragszahler und keine Rücklagen“. Dabei werden die Schäden an den Deichen aktuell noch ermittelt. Nach Auskunft der Staatskanzlei in Hannover wird derzeit mit den Neuhausern über eine Kostenübernahme verhandelt – allein für den Rückbau.

Verhandeln will auch der Artlenburger Deichverband, der im Kreis Lüneburg für die Deiche am linken Elbeufer zuständig ist. Zwei Millionen Euro, schätzt der Verband, werden Deichverteidigung, Rückbau und Deichreparaturen kosten – wahrscheinlich mehr.

Mit noch höheren Summen jonglieren die Kreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg. Lüneburgs Kreissprecherin Frauke Noweck sagt: „Im Moment liegen wir bei rund drei Millionen Euro. Aber es laufen noch Rechnungen ein. 3,5 bis vier Millionen Euro können es werden.“ Kollegin Julia Schulz aus Lüchow sagt: „Wir rechnen mit mindestens fünf Millionen Euro. Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht absehbar.“ In einem Punkt können die Kreise allerdings aufatmen. Die Bundesregierung hatte bereits angekündigt, die Einsätze von Technischem Hilfswerk, Bundespolizei und Bundeswehr nicht in Rechnung zu stellen.