Aktuell
Home | Lokales | Alster-Rundfahrt auf der „Nixe“
3417677.jpg

Alster-Rundfahrt auf der „Nixe“

tja Lauenburg. Auf der Lauenburger Hitzler-Werft sollen zwei historische Alsterdampfer wieder aufgebaut werden. Der Verein Alsterschifffahrt hat dazu zwei 20 Meter lange und vier Meter breite Schiffsrümpfe aus Dresden nach Lauenburg geholt. Vorbild für die anstehende Sanierung ist der Ausflugsdampfer „St. Georg“, der bereits wieder auf der Alster fährt. „Wenn wir alle drei Schiffe fertig haben, gibt es in Hamburg die größte Dampfschifffahrtsflotte der Welt“, sagt Matthias Kruse, der Vorsitzende des Vereins. Ihm gehört auch der Dampfeisbrecher „Elbe“, der Lauenburg als Heimathafen hat. Dadurch kam der Kontakt zur Hitzler-Werft zustande.

Die beiden Schiffsrümpfe präsentieren sich in einem desolaten Zustand, die Aufbauten sind bereits ganz verschwunden. „Mich tröstet, dass die ,St. Georg‘ in einem ähnlichen Zustand war“, sagt Kruse. Die beiden Rümpfe gehören zur „Nixe“ (Baujahr 1875) und zur „Winterhude“ (Baujahr 1879). „Ab 1859 waren auf der Alster mit Dampf betriebene Ausflugsschiffe unterwegs“, erzählt Kruse. An diese Tradition erinnert heute nicht mehr viel, wenn man sich die beiden Rümpfe anschaut.

Der Verein hatte sie nach aufwändiger Recherche mithilfe des Schiffsregisters, einer Art Grundbuch für Schiffe, ausfindig gemacht. Die „Nixe“ wurde als Ausflugslokal genutzt, lag dazu seit 1990 in Premnitz an der Havel auf dem Trockenen. Die „Winterhude“ nutzte ein Wassersportverein in Mülheim an der Ruhr als schwimmendes Vereinsheim. Die Jahrzehnte haben in beiden Schiffsrümpfen deutliche Rostspuren erzeugt.

Zuletzt lagen die beiden jeweils rund 15 Tonnen schweren Schiffsrümpfe auf einer Werft in Dresden. Nach deren Insolvenz musste das Gelände geräumt werden. „Wir sind dann auf die Hitzler-Werft aufmerksam geworden und gehen davon aus, dass man hier im Konstruktionsbüro und im Schiffsbau die nötigen Kenntnisse für so ein Sanierungsprojekt in denkmalgerechter Art hat“, berichtet Kruse. Ein Jahr werde es etwa dauern, die nötigen Pläne zu erstellen, schätzt er. Sobald diese von der Schiffsuntersuchungskommission abgesegnet werden, könne gebaut werden. „Wir brauchen natürlich grünes Licht, denn es ist schwer, nach historischem Vorbild ein Schiff aufzubauen, das den heutigen Bestimmungen entspricht“, sagt Kruse. Die Bauzeit dürfte dann noch einmal ein Jahr betragen. Kruse: „Wenn alles klappt, hat die ,Nixe‘, mit der wir starten wollen, 2015 wieder Wasser unter dem Kiel.“

Zurzeit liegen die „nackten“ Rümpfe in der Lauenburger Neubauhalle auf der Südwerft. „Der Schiffsstahl wurde noch in Dresden gesandstrahlt und grundiert“, berichtet Sven Albrecht, technischer Leiter des Vereins. „Die Schiffe haben überhaupt nur so lange überlebt, weil die Qualität des verbauten Stahls erstklassig ist. Wir wollen die alten Techniken nutzen, um die Schiffe neu aufzubauen.“

Erste Schätzungen belaufen sich auf Kosten von rund 400 000 Euro allein für die „Nixe“. Was das Projekt tatsächlich kostet, steht aber erst nach der konkreten Planung des Hitzler-Konstruktionsbüros fest.