Mittwoch , 28. September 2016
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Alle Tröge stehen still in Scharnebeck

dth Scharnebeck/Uelzen. Erneut wird die Schleuse Uelzen am Elbe-Seitenkanal bestreikt. Und erstmals ist vom Arbeitskampf in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) auch das Schiffshebewerk Scharnebeck betroffen. Bereits in der Nacht zu Dienstag stand ab Mitternacht der Betrieb an der Schleuse in Uelzen still. „Ab sechs Uhr hat wieder ein Beamter die Schicht übernommen, sodass wir zumindest zehn Stunden am Tag schleusen können“, sagte gestern Klaus Ripphahn, Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Uelzen. Beim Schiffshebewerk Scharnebeck ging am Dienstag, 23. Juli, ab 13 Uhr nichts mehr. Dem dort für 14 Uhr angekündigten Streik kam ein technischer Defekt am Osttrog zuvor. Zudem ist der Westtrog wegen eines Lagerschadens für mehrere Tage außer Betrieb.

Der Landesverband Niedersachsen-Bremen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte vorvergangene Woche den Streik in der WSV vorübergehend ausgesetzt. „Wir wollen dem Bund die Gelegenheit geben, an den Verhandlungstisch zu kommen“, hatte ver.di-Landesfachbereichsleiterin Regina Stein gegenüber der LZ gesagt. Der Streik könne aber jederzeit und flexibel wieder aufgenommen werden.

Ripphahn vom WSA sagte gestern: „Wir sind diesmal besser aufgestellt. An der Schleuse haben wir einen Beamten im Einsatz der nicht streiken darf. Und am Schiffshebewerk Scharnebeck sind zwei tariflich Beschäftigte im Einsatz, die bereit sind, nicht zu streiken.“ Zu einem nennenswerten Stau im Elbe-Seitenkanal, wie zuletzt mit mehr als 50 Binnenschiffen, sei es diesmal nicht gekommen. Wie sich der Streikaufruf im weiteren Verlauf auf den Betrieb in Scharnebeck auswirkt, konnte Ripphahn nicht vorhersagen.

Für Uelzen war allerdings bereits absehbar, dass der Schleusenbetrieb bis 6 Uhr heute Morgen stillsteht und der dort beschäftigte WSA-Beamte danach für mindestens zehn Stunden die Schicht wieder aufnimmt. Laut Ripphahn streikten am Dienstag 18 der 225 tarifvertraglichen Angestellten im WSA Uelzen.

Grund für den Bundesländer übergreifenden Streik ist der vom Bundesverkehrsministerium geplante Umbau der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, dem nach Befürchtungen der Gewerkschaft ver.di bis zu 3000 der 12 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten. ver.di-Landesfachbereichsleiterin Regina Stein sagte jetzt auf LZ-Nachfrage: „Bundesverkehrsminister Ramsauer und Innenminister Friedrich sind bisher nicht auf uns zugekommen. Das zeigt die fehlende Wertschätzung gegenüber den eigenen Beschäftigten.“ Der Streik im Landesbezirk Niedersachsen-Bremen solle zunächst diese Woche noch bis Donnerstag 24 Uhr fortgesetzt werden.

Zu zusätzlichen Einschränkungen am Schiffshebewerk Scharnebeck kommt dieser Tage wegen technischer Defekte. Ripphahn: „Der Westtrog hat einen Lagerschaden und steht für den Schiffsverkehr bis zum 27. Juli nicht zur Verfügung.“ Zunächst konnte in Scharnebeck noch der Osttrog genutzt werden. Allerdings nicht lange. Ab 13 Uhr streikte gestern noch vor dem Personal das sogenannte Haltungstor am Unterwasser. Damit fiel auch die vergangene Nachtschicht aus. Reparaturen sollen zumindest am Osttrog kurzfristig Abhilfe schaffen.