Mittwoch , 28. September 2016
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Imagekampagne gegen leere Betten an der Elbe

off/ml Lüneburg. „Das Wetter ist toll, der Elberadweg frei befahrbar und eine Mückenplage gibt es auch nicht“, sagt Jürgen Krumböhmer. Und dennoch stellt Lüneburgs Erster Kreisrat unter dem Strich fest: „Nach dem Elbehochwasser bleiben viele Besucher weg.“ Deshalb haben sich die Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg sowie die Flusslandschaft Elbe GmbH und die Elbtalaue-Wendland Touristik GmbH in einem gemeinsamen Appell an das Wirtschaftsministerium gewandt. Das Ziel: Die Akteure aus dem Elberaum wollen in Hannover zusätzliche Mittel für Marktingmaßnahmen loseisen – um zu retten, was von der verkorksten Saison noch zu retten ist.

Konkrete Zahlen zur Höhe der Einbußen bei den Gastgebern an der Elbe werden von den Touristikern derzeit ermittelt. „Sobald die vorliegen, werden wir sie nach Hannover schicken, um unseren Appell zu unterfüttern“, sagt der Geschäftsführer der Flusslandschaft Elbe GmbH, Jens Kowald. Schon jetzt zeichnet sich allerdings ab, dass die Einbußen in den ersten vier Wochen nach der Flut bei mindestens 60 Prozent lagen. „Hinzu kommen die zwei Wochen Totalausfall während der Flut.“ Sechs katastrophale Wochen mitten in der Hauptsaison – „das kann man nicht mal eben so wieder aufholen“, sagt Kowald. Dafür brauche die Region eine groß angelegte und nachhaltige Imagekampagne. „Und die können wir allein nicht finanzieren.“

Vorbildlich läuft das touristische Krisenmanagement laut Kowald derzeit in Sachsen. „750 000 Euro wurden dort in eine Imagekampagne gesteckt, in allen Zeitungen des Landes werben die Sachsen für ihre Tourismusregion.“ Unter anderem in der LZ. Ein Marketing-Konzept haben Kowald und seine Kollegen auch schon für den niedersächsischen Elberaum entwickelt und mit nach Hannover geschickt. Ob das Konzept allerdings jemals umgesetzt wird, hängt wie so oft am Geld.

In einem Schreiben an die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Daniela Behrens, vom 15. Juli verweisen die Landräte Manfred Nahrstedt (Lüneburg) und Jürgen Schulz (Lüchow-Dannenberg), IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert sowie die beiden Touristiker Kowald und Ulrich Appels nicht nur auf Sachsen, sondern auch auf das Bundeswirtschaftsministerium und das Land Brandenburg, die ebenfalls mehrere Hunderttausend Euro als Soforthilfe für Marketingmaßnahmen bereitgestellt haben. Aus den Köpfen der Menschen getilgt werden sollen mit dem Geld „die Negativbotschaften, die mit dem Hochwasser ins ganze Land transportiert worden sind“, wie Lüneburgs Erster Kreisrat Krumböhmer es nennt.

Eine Entscheidung ist laut Ministeriumssprecher Christian Budde noch nicht gefallen. „Aber die Staatssekretärin hat bereits mit einem Landrat gesprochen, und wir werden jetzt sehen, was möglich und mit den Förderkulissen vereinbar ist.“