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Lernen von Amelinghausen

lz Lüneburg/Amelinghausen. Der Vorstand des Stadtjugendrings Lüneburg hat sich jetzt in Amelinghausen angesehen und erklären lassen, wie die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungen in der Samtgemeinde praktiziert wird. Im Jugendzentrum „Butze“ ließen sie sich von Jugendlichen die verschiedenen Projekte erklären, die allesamt seit etwa einem Jahr dort laufen.

Die 10- bis 19-Jährigen hätten spürbar begeistert von ihren Aktivitäten berichtet. Sie würden bei Prozessen stets vor Entscheidungen nach ihrer Meinung gefragt. Begleitet werden die Projekte von den Samtgemeindejugendpflegern Daniela Olbrich und Florian Langanke. Und das sind die einzelnen Projekte:

Die Heidekasse
Vor einem Jahr entwickelte sich aus dem Bedürfnis nach einem Beach-Volleyball-Platz der erste Coup einiger Jugendlichen. Sie hatten einen Sandplatz entdeckt, der ursprünglich für den Weitsprung im Schulsport gebaut worden war. Nach Gesprächen mit den Verantwortlichen in der Samtgemeinde verwirklichten sie ihren Plan, daraus ein Volleyball-Feld zu machen. Die Kosten wurden von der Samtgemeinde getragen. Daraus entstand die Idee, solche Anliegen von Kindern und Jugendlichen generell zu ermöglichen. Rund 2000 Euro aus dem Lokalen Aktionsplan für Beteiligung wurden eingeworben. Das Geld steht nun allen Jugendlichen der Samtgemeinde unter dem Namen „Heidekasse“ zur Verfügung.

Rockt den Rat
Die Akteure von „Rockt den Rat“ haben im Ausschuss für Jugend-, Sport-, Sozial-, Kultur- und Partnerschaft ein Mitspracherecht. Diejenigen, die immer dabei sind, bekommen sogar vorab die Tagesordnung zugeschickt. Auch abstimmen dürfen sie in dem Ausschuss, auch wenn ihre Stimme nicht gezählt wird. „Aber Spuren hinterlassen wir natürlich schon. Die offiziellen Mitglieder des Ausschusses sehen ja, wie wir abstimmen und zu den Sachen stehen“, sagt Maik. Der 19-Jährige ist seit Anfang an dabei und hat die meisten der Einzelprojekte mit gegründet.

Patenschaftsprojekt
Logische Konsequenz der Mitwirkung in einem Ausschuss wäre die Ausdehnung auf den gesamten Samtgemeinderat, dafür gibt es schon Ansätze: Mit dem sogenannten „Patenschaftsprojekt“ können Jugendliche sich einen Paten aus einer Partei aussuchen und mit ihm den Rat hautnah erleben. Sie gehen mit in die Sitzungen, können zwischendurch Nachfragen stelllen.

Heideradio
Keine politische Betätigung, ohne sich Gehör zu verschaffen – das ist das Motto für „Heideradio“. Wie die Profis der „großen Politik“ betreiben die Jugendlichen Öffentlichkeitsarbeit – auf ihrem eigenen Radiokanal. Noch werden die Beiträge vorproduziert, aber bald soll ein eigenes Studio aufgebaut und von dort live ins Internet gesendet werden.