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Gruseliger Besuch beim Lumpenpack

ki Bienenbüttel. Heute ist ein Alltag ohne fließend Wasser und Strom kaum vorstellbar. Und wie war das im Mittelalter? Wie lebten die Menschen damals? Das Rad der Zeit zurückgedreht hat am vergangenen Wochenende für drei Tage die Wirtschafts- und Tourismus-Gemeinschaft (WTG) Bienenbüttel und einen Mittelalter-Markt auf die Beine gestellt. „Wir freuen uns, an mehr als 50 Ständen das Leben im Mittelalter vorstellen zu können“, sagte WTG-Vorsitzender Peter Dittrich.

Und das mittelalterliche Leben pulsierte auf den Ilmenauwiesen. Aus ganz Deutschland, Polen und Tschechien waren Darsteller angereist, die sich dem Mittelalter verschrieben haben. Deutlich wurde dabei auch, dass die gute alte Zeit gar nicht so gut war, der Begriff vom finsteren Mittelalter zu Recht existiert. Das Leben zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert war recht beschwerlich.

In Bienenbüttel war alles zeitgetreu – von der Kleidung über die Unterkünfte bis hin zur Verpflegung. Das einzige Zugeständnis an die Neuzeit war die Installation von Kühlanlagen, weil der deutsche Gesetzgeber das für Speisen und Getränke vorschreibt.

Mitbringen mussten die Besucher allerdings jede Menge Zeit. Es gab viel zu erleben und zu entdecken. Bei der Arbeit über die Schulter sehen konnten Groß und Klein unter anderem einem Schuhmacher, der aus Büffelleder Gürtel fertigte, einem Goldschmied, der aus Bernstein und Metall Schmuck herstellte und auch Wikinger-Glasperlen fertigte. Das Seilerhandwerk wurde ebenso vorgestellt wie das Schleifen von Steinen und Werkzeug. Felle und Gewandungen verschiedener Epochen und Tongefäße wurden feilgeboten.

Unüberhörbar zog auch ein Trommler durch die Reihen der Zelte und tat kund, dass die Märchenerzählerin die Kinder erwarte. „Komm setz dich und höre die Geschichten“, forderte Marie, die erzählende Müllerin, ihre jungen Zuhörer auf. Die ausgebildete Erzählerin sprach frei und ging auf die Zwischenrufe der Kinder ein.

Gruselig wurde es für Besucher im Zelt des Lumpenpacks. Dort zeigten die Henker ihr grausiges Gewerk. Dieben wurden im Mittelalter die Hände abgehakt. Lange Finger machen ging dann nicht mehr.

Jede Menge Kurzweil boten die Mittelalterlichen Spiele, die von Schwertkampf- und anderen Gruppen präsentiert wurden. Kinder und Jugendliche konnten sich im Bogenschießen messen oder auch im Werfen und Pfeilschießen. Lustig ging es beim Wikingerschach zu. Ein weiterer Höhepunkt war am Sonnabend, als es schummerig wurde, eine grandiose Feuerschau der Gruppe „Danse Infernale“. Dittrichs erste Bilanz fiel positiv aus: „Einen solchen Mittelalterlichen Markt werden wir wieder veranstalten.“