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Platz wird langsam knapp

rast/ml Lüneburg. Kreise und Kommunen im Land stehen unter Druck. Sie sind zuständig für die Unterbringung von Asylbewerbern, und deren Zahl ist zuletzt stark gestiegen. Viele Unterkünfte platzen aus allen Nähten, doch Wohnraum ist vielerorts knapp und teuer – so wie in Lüneburg.

Auch das Nebeneinander von Asylbewerbern und Anwohnern birgt Konfliktstoff. In Tespe baut der Landkreis Harburg derzeit die ehemalige Sparkassenfiliale zur Asylbewerberunterkunft um. Die erste Familie aus Russland ist bereits eingezogen, die Anwohner waren nicht informiert. „Probleme können wir nicht klären, das scheitert schon an der Sprachbarriere“, klagt Anwohner Detlef Rick. Jetzt will die Samtgemeinde Elbmarsch vermitteln, hat einen Dolmetscher besorgt.

Seit 2007 hat sich die Zahl der Erstanträge auf Asyl bundesweit verdreifacht – von 19 164 auf 64 539 im vergangenen Jahr. Bis Ende Mai sind noch einmal 34 419 Anträge hinzugekommen, der Anstieg auf fast 70 000 in diesem Jahr ist programmiert. Verteilt werden die Asylbewerber nach einem Einwohnerschlüssel – erst auf die Länder, dann auf die Kreise. Letztere delegieren die Aufgabe oft auf die Einheits- und Samtgemeinden – so wie der Landkreis Lüneburg. Aktuell leben 332 Asylbewerber im Landkreis, davon 116 in der Hansestadt Lüneburg.

Die meisten von ihnen kommen laut Stadtpressesprecher Daniel Steinmeier aus Afghanistan, Palästina, Serbien und China. Bewerber aus aktuellen Krisenregionen wie Syrien, Iran und Irak spielten „keine große Rolle, es sind maximal zehn“. Untergebracht sind sie in der Sammelunterkunft am Meisterweg. Das „Internationale Haus“, wie die Containeranlage auch genannt wird, biete Platz für 135 Menschen. „Noch sind die Kapazitäten nicht ausgeschöpft“, sagt Steinmeier.

Gleichwohl denke die Stadt „über Übergangslösungen für die Unterbringung von Asylbewerbern nach“, und auch eine langfristige Lösung habe man im Blick. Denn die Hansestadt rechne bis Ende des Jahres noch „mit der Zuweisung einer größeren Gruppe durch das Land“. Die Übergangslösung soll dazu dienen, die Neuankömmlinge „flott unterzubringen“. Im November 2012 nannte Waldemar Herder, Fachbereichsleiter Soziales und Bildung, als Alternativ-Unterkünfte Wohncontainer auf dem Gelände der ehemaligen Schlieffenkaserne, brachte aber auch Hotels und Wohnungen ins Spiel. Dazu wollte sich Steinmeier nicht äußern, er sagte lediglich: „Der Wohnraum in Lüneburg ist knapp.“

Als langfristige Lösung könnte jedoch ein leerstehendes Gebäude in der ehemaligen Schlieffenkaserne dienen. „Die Gespräche mit dem Bund als Eigentümer laufen bereits“, sagt der Stadtsprecher. Und eine langfristige Lösung könne angebracht sein, da juristische Verfahren zur Anerkennung von Asylbewerbern sich manchmal über Jahre hinziehen.

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