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Als Model auf der Sonnenseite des Lebens

ahe Lüneburg. Lena Gercke war die erste, Lovelyn Enebechi die bislang letzte: Achtmal hat der Fernsehsender Pro 7 schon „Germanys next Topmodel“ gekürt. Der große internationale Durchbruch ist noch keiner von ihnen gelungen. Zwar ist gerade die Premierensiegerin auch heute noch gut gebuchtes Model und auch als Freundin von Fußball-Nationalspieler Sami Khedira regelmäßig in den Medien präsent, aber wer kennt noch Jennifer Hof oder Jana Beller? Eine, die es auch ohne Castingshow in die Branche geschafft hat und heute als Model auch international äußerst gefragt ist, hat eine Lüneburger Vergangenheit: Sandy Leddin.

New York, Paris, Mailand, Tel Aviv, Venedig, Kapstadt, Stockholm, Mexiko-City, Bogota, Helsinki, Santiago de Chile, Virgin Islands – Sandy Leddin hat schon auf der ganzen Welt gearbeitet, die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Sie lebt aktuell in Los Angeles, darf mit als Erste die neuesten Kleider der angesagtesten Designer tragen, prangt auf Titelseiten bekannter Modemagazine, ist in Werbespots von Garnier, Triumph, C A und Mercedes zu sehen, ist das Gesicht der amerikanischen Fitnesskette Equinox. Kurzum: Die 26-Jährige lebt den Traum vieler Mädchen und junger Frauen.

Dabei half neben ihrem zweifellos blendenden Aussehen auch der Zufall ihrer Karriere auf die Sprünge. Denn entdeckt wurde sie vor ein paar Jahren nicht etwa bei einem Modelcasting, sondern in einem Café in der Hamburger Mönckebergstraße. Zuvor hatte sie sich auf die Schauspielerei konzentriert, war einige Semester auf einer Schauspielschule, nahm an Castings fürs Fernsehen teil. „Bereits mit sieben hatte ich meine erste Rolle auf der Bühne – als Till Eulenspiegel“, verrät sie.

Schon in ihrer Lüneburger Zeit, wo sie von 1998 bis 2001 nahe der Saline wohnte und in Oedeme zur Schule ging, hatte sie erste Rollen in TV-Serien ergattert, spielte unter anderem im „Großstadtrevier“ mit. „Es war schwierig, Schule und Schauspiel miteinander zu verbinden, deshalb hatte ich nach kurzer Zeit meinen bis dahin guten Notenschnitt eingebüßt und wurde auf elterlichen Befehl auf eine Privatschule geschickt“, erinnert sie sich. „Ich hatte meine klassische Rabaukenphase, habe es mit der Schule nicht so ernst genommen und bin lieber mal mit der Clique durch die Stadt gestreunt. Beliebt war bei uns der Platz Am Sande. Ich erinnere mich gern an diese Zeit, es war so wahnsinnig viel los in dieser Stadt.“

Als sie Jahre später mal nach Lüneburg zurückkehrte, sei ihr erst aufgefallen, wie viele Sehenswürdigkeiten, die sie bis dahin nicht beachtet hatte, die Stadt zu bieten habe. „Ich habe das dann nachgeholt.“ Heute hat sie kaum noch Kontakt in ihre frühere Heimat, ihre Familie lebt in Hamburg, die meisten ihrer Freunde aus der damaligen Zeit seien aus beruflichen Gründen weggezogen.

Dass es bei ihr gut läuft, können Freunde auch auf ihrer Facebookseite mitverfolgen, wo das mit 1,75 Metern Körpergröße beinahe schon kleine Model mit den Traummaßen 85-58-89 regelmäßig Fotos ihrer verschiedenen Kampagnen veröffentlicht und einiges Privates preisgibt, ein paar Kostproben ihrer Arbeit für alle anderen gibt es auf ihrer Internetseite sandyleddin.me.

Ihren makellosen Körper bringt sie durch viel Sport seit frühester Kindheit – von Ballett über Karate und Kickboxen bis hin zu Bodenturnen – in Form. Von Los Angeles aus, wo sie seit ihrem Umzug aus New York vor wenigen Wochen lebt und auch wieder mehr an Schauspielcastings teilnimmt, fliegt sie um die Welt. „Ich werde ab und zu so kurzfristig gebucht, dass ich heute nicht weiß, ob ich übermorgen in der Stadt bin“, erzählt sie. Es scheint gut zu laufen, gerade hat sie in ihrer alten Heimat Hamburg eine Wohnung gekauft. Klar sei es toll, „so viele wunderschöne Orte auf der ganzen Welt sehen zu können und so viele interessante Menschen kennenzulernen“, doch auf der anderen Seite könne sie ihre Familie oder Freunde nicht so oft sehen. „Die vermisse ich schon oft.“ Ein kleiner Trost: Ihr Hund Paul begleitet sie auf fast allen Reisen.

Wenn sie nach ihren bislang größten Erfolgen gefragt wird, nennt Sandy Leddin nicht ihre Fotostrecken in der Cosmopolitan, nicht ihr Covershooting für Elle, nicht den Werbespot für Nivea. „Ich wurde schon länger nicht mehr gefragt, wann ich mal einen richtigen Job anfangen möchte – das sehe ich schon als Erfolg.“ Dann lächelt sie und sagt: „Die Gesellschaft ist ja manchmal etwas streng mit unserer Berufsgruppe, was bestimmt auch damit zu tun hat, dass der Begriff ,Model‘ so vielfältig verwendet wird. Aber mit etwas Humor und Disziplin befinden wir uns definitiv auf der Sonnenseite des Lebens.“