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Jäger stellen um auf bleifrei

ol Lüneburg. Bleifreies Benzin gibt es schon lange, nun soll auch die Jagdmunition bleifrei werden. In Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und im Saarland ist bleihaltige Munition bereits seit diesem Jahr verboten, und auch in Niedersachsen darf in den Bundesforsten nur noch bleifrei gejagt werden.

In den niedersächsischen Landesforsten greift das Verbot vom 1. April 2014 an. “ Mit dem Verzicht auf bleifreie Munition übernehmen die Landesforsten eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung einer ökologisch verträglichen Jagd und beim Verbraucherschutz“, sagt der zuständige Minister Stefan Wenzel (Grüne).

Peter Pabel skizziert die Auswirkungen für das Forstamt Göhrde: “ Ab dem 1. April 2014 dürfen Forstbeamte und Jagdgäste im Forstamt Göhrde nur bleifreie Munition bei der Jagd verwenden. Bis dahin können sie Restbestände noch verschießen.“ Für das Wild bleibt ein Treffer weiterhin tödlich, aber der Schuss wird zumindest für die Umwelt verträglicher.

Dennoch wird das Thema kontrovers diskutiert. Experten aus verschiedenen Fachbereichen haben während eines Symposiums des Bundesinstitutes für Risikobewertung aufgezeigt, dass neben der Lebensmittelsicherheit auch Tier- und Umweltschutz sowie Sicherheit bei der Jagd entscheidende Kriterien für Jagdmunition sind. Auslöser waren Untersuchungen von Seeadlern, die nachweislich an Bleivergiftung verendet sind. Jäger bemängeln jedoch wegen der veränderten Ballistik der bleifreien Geschosse die mangelnde Treffsicherheit sowie den unzureichenden, tierschutzgerechten Tötungseffekt.

Deutscher Jagdschutzverband und Landesjägerschaft (LJN) Niedersachsen nennen das Verbot der bleihaltiger Munition voreilig. LJN-Präsident Helmut Dammann-Tamke sagt: „Die Jäger werden sich der Umstellung auf bleifreie Munition nicht verschließen, aber wir brauchen messbare Kriterien und lehnen Testversuche auf lebendes Wild ab.“ Die Industrie bemühe sich, brauchbare Munition herzustellen – aber nicht jede Munition sei jagdlich brauchbar.

Probleme können auch durch die erhöhte Gefahr von Abprallern auftreten. Daher müssten die Schießstände umgebaut werden, um diese Gefahren auszuschließen. Die Schießstände in Linden (Kreis Uelzen) und Garlstorf (Kreis Harburg), wo Lüneburger Jägern üben, sind bereits umgerüstet und können für das Schießen mit bleifreier Munition benutzt werden. Bleihaltige Flintenlaufgeschosse dürfen weiter zur Jagd verwendet werden.