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Automuseum rollt durch Amelinghausen

dth Amelinghausen. Neben den insgesamt zehn Zeitkontrollpunkten hat das Handorfer Ehepaar René und Peggy Feuerhahn bei der dritten „Heide-Histo“ noch ein ganz persönliches Etappenziel erreicht: „Wir haben uns diesmal nicht angebrüllt. Wir sind glücklich“, freut sich die Handorferin nach der Zieleinfahrt in ihrem VW-Käfer Cabriolet von 1972. Und Gatte René pflichtet ihr lachend bei: „Diesmal hatten wir keine kriegsähnlichen Zustände im Auto.“ Wie das halt manchmal so sei, wenn die Beifahrerin navigiert „und ,Links‘ sagt, aber das andere Links meint“. Solche Kommunikationsschwierigkeiten überwinden mussten am Sonnabend insgesamt 118 Fahrerpaare, die mit ihren Oldtimern unterwegs waren bei der „3. Internationalen VFM Heide-Histo“ von Lübberstedt über Munster nach Amelinghausen.

Gestartet ist das Teilnehmerfeld des rollenden Museums in drei Kategorien: tourensportlich, touristisch und Einsteiger. Dabei mussten Strecken von 157, 145 oder 135 Kilometern absolviert und verschiedene Aufgaben gelöst werden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug dabei 40 km/h. Das war auch für René Feuerhahn ein Grund, bereits zum dritten Mal an der Heide-Histo teilzunehmen: „Wenn ich privat so langsam über die Straßen fahre, werde ich doch weggehupt.“ Anders sei das mit dem Heide-Histo-Emblem neben dem Nummernschild.

Beim Zieleinlauf auf dem Amelinghausener Rathausplatz wurden die Oldtimer-Fahrer majestätisch begrüßt: von Amelinghausens Heidekönigin Jana George und ihrem kleinen Hofstaat.

Für den fachmännischen Gruß war Martin Kummerow zuständig. Der erfahrene Streckensprecher kommentierte unterhaltsam die Ankunft jedes Teilnehmers. Als etwa der Wunstorfer Gustav Hausmann und der Hamburger Harald Harbeck mit ihrem Ford Escort 1300 GT, Baujahr 1968, vorfuhren, sagte Kummerow: „Wenn ich kurz vor den Wagen treten darf, wenn Sie die Form der Scheinwerfer, ohne die Zusatzscheinwerfer, sehen, dann sieht das aus wie ein Knochen, deswegen sagt man zu diesem Auto Knochen, tolles Auto, richtig geil, naja, an dem DSF-Aufkleber können wir noch arbeiten . . .“ Dabei rann ihm bei rund 30 Grad Außentemperatur der Schweiß in Strömen durchs Gesicht, und er hätte sich etwas von dem Fahrtwind gewünscht, den die Teilnehmer hatten genießen dürfen.

Peter und Kerstin Finkemeier hatten bei ihrem Auto noch nicht einmal ansatzweise ein Verdeck: Der „Rally AZ“ aus dem Baujahr 1924 – von dem es nur noch fünf Stück geben soll – zählte neben einem „Opel 8/20 open tourer“ von 1920 zu den ältesten Schätzchen im Teilnehmerfeld. Peter Finkemeier, der seit Jahren zwischen Oldtimer-Rallyes zwischen Schleswig-Holstein und Bayern hin- und herpendelt, hatte sich trotz der Hitze eher auf Regen eingestellt: An dem Reserverad, das auf der rechten Seite seines musealen Rennschlittens angebracht war, hatte er einen Rucksack angeschnallt: „Da ist meine Regenhaut drin.“

Organisator Manfred Kolbe zeigte sich indes mit der Resonanz auf die dritte Heide-Histo zufrieden: „Wir waren wieder überbucht.“ Zudem haben rund 100 Helfer, von Streckenposten bis Zeitnehmer, mitgewirkt bei der Rallye durch die Heide.