Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Tempo 50 bleibt wohl ein Traum

ml Lüneburg. Vor rund einer Woche ist ein 16-jähriges Mädchen auf der Karzer Straße in Neu Neetze mit ihrem Moped schwer verunglückt. Nach Angaben der Polizei gilt die junge Frau weiter als schwerstverletzt und auch die Diskussion über die Verkehrssicherheit auf der Strecke ebbt nicht ab. Seit Jahren schon kämpfen Anwohner dafür, das Tempo-Limit auf der Kreisstraße 5 zwischen Neetze und Karze in diesem Bereich von 70 auf 50 Kilometer in der Stunde zu senken – bislang vergeblich. Das Problem: Neu Neetze gilt nicht als geschlossene Ortschaft.

Und auch der Unfall in der vergangenen Woche wird voraussichtlich nicht zu einem Umdenken in der Straßenverkehrsbehörde des zuständigen Landkreises Lüneburg führen. „Wir sehen nicht, dass sich eine neue Situation ergeben hat“, sagt Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer auf LZ-Anfrage. Auf der Kreisstraße 5 gebe es keinen Unfallschwerpunkt und die Strecke führe geradeaus. „Nach menschlichem Ermessen ist Tempo 70 an dieser Stelle ausreichend“, so Krumböhmer. Und weiter: „Aufgrund menschlicher Fehler lassen sich Gefahren auch bei 50 Kilometer in der Stunde nicht gänzlich ausschließen.“ Zudem sagt der Erste Kreisrat: „Vergleichbare Verkehrslagen finden sich auch in anderen Orten des Kreises.“ Im Klartext: Was für Neu Neetze gilt, müsste dann auch für andere gelten.

Gleichwohl hat der Landkreis reagiert – unter anderem auf einen Leserbrief in der LZ von Anwohner Helmut Büttner. Darin bemängelt der Neu Neetzer die eingeschränkte Sicht für Autofahrer, die von der Neu Bolterser Straße auf die Karzer Straße einbiegen wollen. Eben jener Abzweig, der auch der 16-Jährigen zum Verhängnis geworden ist. Beim Abbiegen übersah sie vermutlich ein Auto, das in Richtung Neetze unterwegs war. Laut Büttner versperren zwei Bäume an der Einmündung die Sicht. Dies hat ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung Krumböhmer zufolge gestern vor Ort überprüft. „Wenn es der Verkehrssicherheit nützt, werden wir einen Baum entfernen lassen“, kündigt der Erste Kreisrat an. Gleichzeitig verweist er auf frühere Untersuchungen, die zu dem Ergebnis kamen, „dass der Einblick auf die Karzer Straße gut ist, wenn man anhält und nicht in einem Zug abbiegt“.

Unterdessen ist an der K 5 das Tempo-Messgerät der Gemeinden Neetze und Thomasburg aufgestellt worden. „Allerdings unabhängig von dem Unfall“, sagt Neetzes Bürgermeister Heinz Hagemann. „Das Gerät steht dort mindestens zweimal im Jahr.“

Zur Verkehrssicherheit beitragen sollen auch Maßnahmen, die bereits Ende August 2012 bei einem Ortstermin von Polizei, Landkreis, Gemeinde und Anwohnern vereinbart worden waren, die aber noch nicht komplett umgesetzt sind. Aufgestellt worden sind bereits Verkehrszeichen, die Autofahrer vor einer Gefahrenstelle warnen. Ein kleineres Zusatzschild zeigt einen Rollstuhlfahrer. Denn an der Karzer Straße liegen auch die Gebäude der Lebensgemeinschaft Birkenhof, in denen behinderte Menschen leben und arbeiten.

Laut Bürgermeister Hagemann will die Gemeinde in den kommenden Wochen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis rot-weiße Absperrgitter an zwei Stellen im Bereich Neu Neetze aufstellen lassen. Die Gitter sollen Bereiche kennzeichnen, wo die Behinderten die Straße überqueren.