Aktuell
Home | Lokales | Stadt räumt Haus – Einsturzgefahr
3463864.jpg

Stadt räumt Haus – Einsturzgefahr

ahe Lüneburg. Ein Hingucker ist das Haus schon seit Jahren nicht mehr. Der Putz bröckelt von der Fassade, Fensterscheiben sind immer wieder mal kaputt, im Garten hinter dem Gebäude stapelt sich der Sperrmüll. Schon 2009, als die LZ über den offensichtlichen Verfall des Gebäudes berichtete, schien es so, als wohne schon seit einer gefühlten Ewigkeit niemand mehr in der Dahlenburger Landstraße 80. Doch der Eindruck täuschte, damals waren noch acht Personen in sechs Wohnungen gemeldet. Zuletzt lebten noch ein Mann und eine Frau im Gebäude, doch nun mussten sie raus – auf Befehl der Stadt. Denn nachdem jetzt eine Zwischendecke eingestürzt ist, hat die Bauverwaltung das Haus räumen lassen und die weitere Nutzung zunächst untersagt.

„Wir haben am Dienstag die Nachricht erhalten, dass in einer Dachgeschosswohnung ein Teil der Zimmerdecke eingestürzt ist“, berichtet Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Die Mitarbeiter der Bauverwaltung sind umgehend zum Haus gefahren und haben es gesperrt. Den beiden verbliebenen Mietern sei bei dem Zwischenfall nichts passiert. Nicht nur das Wohnen, schon das Betreten sei nun verboten – wegen akuter Einsturzgefahr. „Der Eigentümer ist aufgefordert worden, das Gebäude zu sichern und durchhängende Decken abzustützen“, sagt Suzanne Moenck.

Das Gebäude sei den Fachleuten der Verwaltung gut bekannt, schon häufiger hätte sich die Bauaufsicht vor Ort ein Bild von der jeweils aktuellen Situation gemacht. „Bislang gab es keine Bedenken, dass Bauteile versagen könnten“, erklärt die Sprecherin. Auch 2009, als die LZ über den Zustand des Hauses, eigentlich längst mehr Ruine, berichtet hatte, hieß es von der Stadt: Der äußere Anschein sei zwar beklagenswert, doch eine Gefahr gehe von dem Gebäude nicht aus. Beklagenswert war aber auch der ständige Ärger, der von den damaligen Bewohnern ausging. Es gab oft Streit, meist war reichlich Alkohol im Spiel. Der Hausbesitzer sah sich machtlos, weil er nicht ständig alles auf eigene Kosten reparieren lassen könne, nur damit es wenig später wieder zerstört werde. Und eine Komplettsanierung sei nur möglich, wenn das Haus leer ist, die Mieter aber wollten nicht ausziehen. Auch die Arge, die mehrere Klienten in dem Haus betreute, sah keine Handlungsmöglichkeiten, weil jeder selbst entscheiden könne, wie er leben und wohnen wolle.

Nach dem Teileinsturz, bei dem Balken aus den Auflagern gerutscht seien und Decken nun durchhängen, urteilen die Fachleute der Stadt hinsichtlich der vom Gebäude ausgehenden Gefahr ganz anders. Schon das Betreten ist jetzt tabu.

Während die Frau, die im Dachgeschoss gewohnt habe, laut Stadt bei Verwandten untergekommen sei, wurde der andere Mieter zunächst in der Herberge plus untergebracht. „Mitarbeiter aus dem Fachbereich Soziales kümmern sich um beide und helfen bei der Suche nach Ersatzwohnungen“, verspricht Suzanne Moenck.