Aktuell
Home | Lokales | Das große Klappern entlang der Elbe
3463920.jpg

Das große Klappern entlang der Elbe

emi Lüneburg. Viele weiße Köpfe und rote Schnäbel werden derzeit aus Nestern im Landkreis Lüneburg gereckt: Die Störche sind los – und zwar so viele, dass die ehrenamtlichen Storchenbetreuer links und rechts der Elbe sogar von einem Rekordjahr sprechen.

Hubert Horn, zuständig für den Bereich links der Elbe, freut sich: „Bei uns gibt es derzeit 33 Brutpaare – und damit so viele wie noch nie seit Beginn der vollständigen Erfassung 1971.“ Noch bis zum Jahr 2007 seien es im Durchschnitt 25 Paare gewesen. Und auch die Zahl der kleinen Störche habe zugenommen: „Jetzt sind es 65, der Durchschnitt liegt so bei 54 – da sind wir dieses Jahr also deutlich drüber.“ Rechts der Elbe hat Betreuer Helmut Eggers 43 Storchenpaare gezählt. Was die Jungstörche betrifft, spricht er von einem „sehr guten Jahr“: „105 gibt es im Bereich Amt Neuhaus/Bleckede.“

Für die Rekordzahlen haben die Experten unterschiedliche Erklärungsansätze. Horn sagt: „In den letzten zehn bis 15 Jahren gibt es deutlich mehr Westzieher, seit 2008 kommt diese Welle auch in Niedersachsen an.“ Westzieher fliegen über Spanien, Ostzieher über die Türkei nach Afrika. Die Population der Westzieher habe sich erhöht, „weil die Krebse in den spanischen Reisfeldern ein gefundenes Fressen für die Störche sind“.

Nach Eggers Meinung haben die klimatischen Besonderheiten in diesem Jahr für die hohe Anzahl an Störchen gesorgt: „Es gab ein relativ feuchtes und nahrungsreiches Frühjahr – und dann kam auch noch das Hochwasser hinzu.“

Gegen März kommen laut Storchenbetreuer Hubert Horn die Westzieher aus ihren Winterquartieren zurück und fangen im Kreis Lüneburg an zu brüten. Anfang April stoßen dann auch die Ostzieher dazu. Besonders häufig zu beobachten seien Störche linkselbisch im Bereich Brietlingen-Barum-Radbruch. Zur Situation im Kreisgebiet rechts der Elbe sagt Helmut Eggers: „Das ist ja nur ein schmales Band. Aber da sind Störche in so ziemlich jedem Ort anzutreffen.“

Darauf, dass im nächsten Jahr noch mehr kleine Störche ihre Köpfchen aus den Nestern im Landkreis strecken, hoffen auch die Mitglieder der vierten Gruppe der Feuerwehr Bardowick. Sie haben Adebar jetzt ein neues Zuhause errichtet. „Wir haben vor fünf Jahren schon mal ein Storchennest gebaut“, sagt Gruppenführer Markus Winkler, „leider sind uns damals ein paar bauliche Fehler passiert, sodass sich auf Dauer kein Bewohner fand“.

Nach Erkundigungen bei Fachleuten und im Internet sind sich die Bardowicker Brandschützer sicher, diesmal alle Vorgaben erfüllt zu haben. Sie wünschen sich, dass im nächsten Jahr ein lautes Klappern auch über den Hof von Andreas Bardowicks am Vrestorfer Weg schallt. Für die Beteiligten heißt es in diesem Fall: Warten auf den nächsten Frühling. Vielleicht wird dann ja sogar die Rekordmarke aus diesem Jahr geknackt. . .