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Ilmenau soll schiffbar bleiben

rvo Wittorf. Ein Spaziergang an der Ilmenau tut immer gut, eine Spazierfahrt auf der Ilmenau ist derzeit aber nicht möglich. Kein Schiff könnte von Lüneburg aus bis nach Hoopte fahren, wo die Ilmenau in die Elbe mündet. Und das nicht nur, weil die Wittorfer Schleuse gesperrt ist, der Pegel des Flusses ist schlichtweg an vielen Stellen zu niedrig.

Das kann schlimme Folgen haben, erklärt Gustav A. Rieckmann, ehemaliger Wittorfer Bürgermeister und erster Vorsitzende des in Wittorf gegründeten „Fördervereins zum Erhalt der Schiffbarkeit“. Fällt nämlich der Wasserstand, könnte auch der Grundwasserspiegel sinken. „Und das kann negative Auswirkungen auf Umwelt, Landwirtschaft und Bausubstanz haben“, so Rieckmann. Fische laichen nicht in niedrigem Wasser, Biotope an der Ilmenau können nur mit genug Wasser im Fluss erhalten bleiben. „Und auch die Landwirte haben was davon, wenn der Fluss genug Wasser führt.“ Neben dem Naturschutz möchte der Verein auch Sprachrohr der Ilmenau-Anlieger sein. Denn Gebäude in Flussnähe, die auf Pfähle gegründet sind oder wie der Nicolaihof in Bardowick auf einer Moorlinse stehen, könnten statische Probleme bekommen.

Auch Hans-Jürgen Werner aus Bardowick ist bei der Vereinsgründung mit an Bord. Er wohnt in unmittelbarer Nähe zur Ilmenau, hat erst im Frühjahr Risse an seinem Haus festgestellt und vermutet als Ursache den geringen Wasserstand. „Früher wurde nur bei Minustemperaturen mehr Wasser durch die Wehre gelassen, damit nix zufriert, aber jetzt lassen sie das von Ende Oktober bis Ende März auf. Da werden Personalkosten am falschen Ende gespart“, sagt der ehemalige Binnenschiffer und Schleusenmeister. Der 69-Jährige ist überzeugt: Durch den niedrigen Wasserpegel der Ilmenau sinkt der Druck auf das Ufer, was die Statik im Untergrund beeinflusst.

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