Dienstag , 27. September 2016
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Ärger um defekte Schranken

emi Amelinghausen. Defekte Bahnschranken entwickeln bisweilen ein erstaunliches Eigenleben – und ärgern derzeit Amelinghausens Samtgemeindebürgermeister: Gleich mehrfach haben sich die Schranken in der Ortsmitte geschlossen – ohne, dass ein Zug passierte. Zur Hauptverkehrszeit staute sich der Verkehr an zwei Tagen auf der Bundesstraße 209. Als Grund für die geschlossenen Schranken vermuten die Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE) einen Blitzeinschlag.

Völker ist sauer: „Wenn so etwas einmal passiert, o.k. Aber häuft es sich, hört mein Verständnis auf.“ Nach mehrfacher Reparatur ist aktuell Ruhe, doch hätte sich Völker mehr Transparenz und eine Entwarnung von der OHE gewünscht.

Erstmals aufgetreten ist das Problem bereits vor fast zwei Wochen. Gegen 18.30 Uhr sei er zum Bahnübergang gerufen worden, sagt Völker. Vor den Schranken hätte sich schon ein „Riesenstau“ gebildet. Gegen 19.30 Uhr sei ein OHE-Mitarbeiter mit Spezialschlüssel gekommen und habe die Schranke geöffnet. Ein Anruf beim Betreiber habe ergeben, dass die Störung durch einen Blitzeinschlag in der Nähe verursacht worden sei. Man sei dabei, diese zu beheben. Das bestätigt auch Sebastian Schülke, Leiter des Geschäftsbereichs Infrastruktur bei der OHE. Das Problem schien gelöst. Ein Trugschluss.

„Am Sonnabend darauf gegen 13.15 Uhr bei Sonne, Hitze und viel Verkehr bin ich zufällig wieder an der Schranke vorbeigekommen“, erzählt der Verwaltungschef. „Auf beiden Seiten des Bahnübergangs hingen drei Leute an den Schranken und hielten sie hoch.“ Der Samtgemeindechef verständigte seine Kollegen vom Bauhof, mit vereinten Kräften verhinderten sie, dass die Schranken erneut herunterklappten. „Aber während wir die großen Schranken hochhalten, ging auf einmal die kleine Fußweg-Schranke zu.“

Also rief Völker wieder bei der OHE an. „Da sagte ein Mitarbeiter, in zwei Stunden sei jemand aus Celle da.“ Und der OHE-Mann sprach noch die Empfehlung aus: „Lassen Sie doch die Schranken einfach wieder runter. Da muss der Verkehr sich eben andere Wege suchen.“ Für Völker eine „Hammernummer“, für Schülke „eine blöde Aussage, doch stehen unsere Mitarbeiter oft auch unter Druck.“

Zwei Stunden lang haben Mitarbeiter des Bauhofes, Polizisten und Passanten die Schranken mit Spanngurten und dicken Seilen offengehalten, bis der OHE-Techniker aus Celle eintraf. Am Montag darauf sei noch ein Techniker erschienen, „seitdem ist Ruhe“, sagt Völker. Gleichwohl hätte er sich einen Anruf der OHE gewünscht, „um zu erfahren, was los war und ob jetzt nichts mehr passiert.“ Schülke erwidert: „Auf Anfrage geben wir gern Auskunft, aber automatisch jeden Bürgermeister anzurufen, ist uns nicht möglich.“ Laut dem OHE-Bereichsleiter ist der Defekt nun aber behoben.