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Treffpunkt für das junge Viertel

lkö Lüneburg. Wie eine einsame Insel thront das Casino der ehemaligen Schlieffenkaserne inmitten von Sandflächen, Bauzäunen und Baggern. In das denkmalgeschütze Gebäude soll bald wieder mehr Leben einziehen. Bauausschuss und Jugendhilfeausschuss diskutierten gestern das Nutzungskonzept für das Gebäude, im Herzen des entstehenden Hanseviertels. Bisher wohnen hier 277 Lüneburger, darunter 60 Kinder, 37 von ihnen sind unter drei Jahre alt. Der Erste Stadtrat Peter Koch ist nach einem Vergleich mit den Strukturen in anderen Stadtteilen sicher: „Hier entsteht ein junges Viertel.“

Da liegt die Idee nah, eine Kindertagesstätte im Casino einzurichten. Aber nicht nur das: Es soll auch ein Stadtteil- und ein Tanzzentrum Platz finden. Stadtbaurätin Heike Gundermann stellte die Baupläne vor, die mit der Architektin Sabine Bachmann erstellt wurden. Im Obergeschoss soll die Kita Platz finden, mit mehreren Gruppen-, Bewegungs-, und Schlafräumen. Auch ein Außenbereich für die Kinder ist vorgesehen. Im Erdgeschoss ist ein Stadtteilzentrum geplant. Außerdem soll die bestehende Küche in eine Quartiersküche umgebaut werden, die sowohl die Kita als auch das Stadtteilcafé im Erdgeschoss versorgt. Der große Saal, der sich durch seine Größe und das Parkett hervorragend zum Tanzen eignet, soll weiterhin von den Tänzern des VfL genutzt werden.

Im Untergeschoss bliebe Platz für Jugendarbeit, freie Räume können an Künstler vermietet werden, zudem werden dort die Lebensmittel für die Küche gelagert. Das Gebäude soll für jeden zugänglich sein, dafür sorgen eine Rampe, ein Fahrstuhl und ein Treppenlift.

Wie genau die Jugend- und Seniorenarbeit im Casino aussehen wird, ist noch nicht ganz klar: „Der Jugendhilfeausschuss wird dazu ein Konzept erarbeiten“, verspricht die Vorsitzende Regina Baumgarten.

Starten soll der Umbau im Oktober mit der Kita. „Die Kosten dafür sind bereits durch das Land Niedersachsen und die Stadt Lüneburg gedeckt, der restliche Ausbau wird aus dem regulären Haushalt finanziert“, erklärte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Der Kita-Ausbau soll sich auf 1,1 Millionen Euro belaufen, die Gesamtkosten seien mit ungefähr 1,95 Millionen zu beziffern. Wer die Einrichtungen im Casino betreiben wird, ist noch nicht klar. Koch: „Es können sich Interessenten für die Kita und auch das Stadtteilcafé bewerben.“

Ulrich Löb (Grüne) lobte die Pläne, sieht es aber als problematisch an, dass die Kita im ersten Stock liegt: „Die Treppe sehe ich gerade für so kleine Kinder als Hindernis.“ Leider sei es aufgrund des Denkmalschutzes nicht möglich, die großen Säle im Erdgeschoss als Kita zu nutzen, da dort keine Wände eingezogen werden dürfen, erklärte Grundmann. Mädge erinnerte an die Kita St. Marien, die auch im ersten Stock liege: „Dort wurde einfach eine Rutsche installiert, die übrigens auch gerne von den Erzieherinnen genutzt wird. Da müssen wir kreativ sein.“ Heike Gundermann sieht das ähnlich. Sie ist sicher: „Wir bekommen zwar keine perfekte Kita, die wäre nur mit einem Neubau möglich, dafür aber eine außergewöhnliche.“