Donnerstag , 29. September 2016
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Helfer machen Fass auf

ebz Walmsburg. Ein Fass aufgemacht hat jetzt der Bleckeder Ortsteil Walmsburg für die Hochwasserhelfer. Im Juni musste der neue Deich bereits zum zweiten Mal verteidigt werden, um den Ort und das Klärwerk vor dem vierten sogenannten Jahrhunderthochwasser seit 2002 zu schützen.

Ortsvorsteher Wilhelm Kastens und Bleckedes Bürgermeister Jens Böther freuten sich über rund 150 Gäste. Den weitesten Weg hatte Udo Meierhöfer. Der „Spieß“ der 4. Kompanie des Panzerartillerie-Bataillons 325 aus Munster war mit seinen Kameraden fast zwei Wochen lang vor Ort, um an allen Brennpunkten mit anzupacken. Doch allein hätten es auch die Soldaten nicht geschafft. An die Grenzen ihrer Belastbarkeit gingen auch viele Feuerwehrleute aus Barskamp, Göddingen und Walmsburg sowie von den Kreisbereitschaften aus Stade und Bad Bentheim sowie die Walmsburger.

Ein glücklicher Umstand war dabei, dass die „Chemie“ zwischen den Helfergruppen stimmte. Das machte die Zusammenarbeit flüssig, ließ auch mal nach Schichtende einen privaten Plausch zu und sorgte dafür, dass keine Energie durch Kompetenzgerangel verloren ging. Kastens wies auch auf die vielen anderen Unterstützungen aus Wirtschaft und Verwaltung hin. Bei aller Dramatik und großem Zeit- und Arbeitsdruck haben alle Helfergruppen eine gute Erinnerung an die Zeit. Udo Meierhöfer zog dieses Fazit auch für seine Truppe: „Der bemerkenswerteste Part dieses Einsatzes war stillschweigende Übereinstimmung, die wie eine gewachsene Kameradschaft wirkte“.

Ortsvorsteher Kastens rief noch an Hand einiger Zahlen den immensen Materialverbrauch und die Leistungsbereitschaft aller Helfer und Helferinnen in die Erinnerung zurück: 50 000 Sandsäcke für die Sicherung von Deich und Kläranlage, 30 Lkw-Ladungen Sand wurden in Säcke gefüllt oder lose am Klärwerk eingebaut, weit über 1000 Helferinnen und Helfer waren 11 Tage im Dauereinsatz. Besonders hob Kastens die Versorgungsfrauen hervor, die eher im Hintergrund wirkten, rund um die Uhr für Verpflegung und saubere Ruhezonen sorgten.

Dank des Hobbys einiger Walmsburger, alte Trecker zu sammeln und fahrbereit zu halten, konnten viele Fahrten vor Ort erledigt werden. Doch auch ein anderer wesentlicher Umstand habe mit dazu geführt, dass Walmsburg noch einmal glimpflich davongekommen ist: die Deichbrüche elbaufwärts und die Polderöffnung.

Besonders betroffen ist Fischbeck. Hier will Walmsburg helfen, für das zerstörte Feuerwehrgerätehaus Ersatz zu schaffen. Nun macht ein roter Feuerwehrhelm die Spendenrunde, damit eine Abordnung einen nennenswerten Betrag nach Fischbeck bringen kann.