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„Kühe hat ja jeder“

emi Bahlburg. Hinter jungen Tannen und einem Feld voller grüner Spargelpflanzen wippen kleine Köpfe auf langen Hälsen auf und ab: Mitten an der Kreisstraße 37 zwischen Bahlburg und Vierhöfen, umgeben von Feldern und Wäldern, linsen mit großen Augen die Strauße der Familie Johannsen über ihre Zäune. Am 25. Juli letzten Jahres fanden die ersten 18 Tiere auf dem Hof der neunköpfigen Großfamilie Unterschlupf, die Idee, „etwas zu machen, das nicht jeder hat“ schlummerte aber schon viel länger in den Köpfen der Landwirte. Am Sonnabend feiern die Johannsens mit einem Tag der offenen Tür nun die offizielle Einweihung ihres Straußenhofs.

Vor zwei Jahren fassten sich Stefan und Doris Johannsen ein Herz. Die Inhaber des Bahlburger Bauernhofs, der seit 1914 in der vierten Generation fortgeführt wird, wollten seit Langem „eine Nische in der Landwirtschaft finden“, schon Stefan Johannsens Vater war beim Geschmack von Straußenfleisch ins Träumen geraten. 2010 sollte der Traum Realität werden, „denn Kühe hat ja jeder“.

Doris und Stefan Johannsen bereisten Straußenfarmen in ganz Deutschland, nahmen es mit den Behörden auf, bauten Ställe und Freigehege – und holten zwei Jahre später die ersten Laufvögel auf ihren Hof, „den ersten und einzigen Straußenhof im Landkreis Harburg“. Mittlerweile leben dort in fünf Gehegen 45 Strauße im Alter von zwei Wochen bis zwei Jahren. Alle stammen von einem Zuchtbetrieb in Karlsruhe. Erste Eier und eigenen Nachwuchs gibt es erst nächstes Jahr, wenn Hennen und Hahn geschlechtsreif sind. Bis dahin helfen den Johannsens andere Betriebe mit Produkten rund um den Strauß aus. Derzeit wird im Hofladen noch fleißig gepinselt, aber pünktlich zum Tag der offenen Tür soll es dort Eier und Eierlikör, Schlüsselanhänger, Plüschtiere, Lampen und Schmuck „rund um den Strauß“ geben.

Ab September, wenn einige Tiere rund 14 Monate alt sind, wollen Doris und Stefan Johannsen dann die ersten Strauße schlachten. Die Nachfrage nach dem dunklen, eher nach „zartem Rumpsteak“ schmeckenden Fleisch, sei bereits hoch, auch die nach Straußeneiern – „eines davon so groß wie 25 bis 35 Hühnereier“ – sei sehr groß. Momentan verkauft Familie Johannsen nebenbei noch Tannenbäume und Spargel, um sich finanziell über Wasser zu halten. „Denn bis was dabei rumkommt, dauert es noch zirka fünf bis acht Jahre.“

Am Sonnabend, 17. August, steht der Straußenhof Interessierten von 11 bis 18 Uhr offen. Dann steht Familie Johannsen Rede und Antwort bei Fragen rund um den Straußenhof. Neben Bratwurst vom Strauß und vielen Mitbringseln im Hofladen gibt es eine Kinderhüpfburg, Bauernhof-Eis und Mini Shetlandponys. Und natürlich dürfen alle Besucher die bis zu 2,60 Meter großen Strauße bewundern. Der Zugang zum Gehegebereich kostet am Tag der offenen Tür einen Euro.

Infos zum Straußenhof in Bahlburg, Burgstraße 83, im Internet auf www.straussenhof-johannsen. de oder unter Tel.: 04173 / 51 28 64.