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Bambi hüpft durch Kleingärten

lkö Lüneburg. Bambi macht große Augen. Björn Lindner gibt den Beinen des Rehkitzes gerade den letzten Schliff. Lindner ist Designer und Graffiti-Künstler aus Lüneburg. Heute verschönert er eine bis dahin weiße Wand am Spielplatz in der Kleingartenkolonie Moldenweg. Mit Tiermotiven, passend zu den Namen der Wege, die durch die Grünanlage führen. Bambiweg, Igelgang und Hasenpfad heißen die. „Wir wollten etwas, das zum Kinderspielplatz passt und auch unsere Kolonie betrifft“, erklärt Norbert Frie die Motivauswahl.

Die Idee, die Wand gestalten zu lassen, hatten der Vorsitzende des Vereins und seine Vorstandskollegen schon länger. „Früher waren auf der Wand viele Schmierereien, auch nach dem Überstreichen blieb sie nie lange weiß“, sagt Frie. Er hofft, dass sich das nun ändert.

Lindner sprüht seit 1994, er kennt die Szene: „Es gibt gewisse Regeln. Man respektiert die Kunst der anderen. Wenn jemand in die Bilder anderer reinmalt, wäre das was Persönliches.“ Eine weiße Wand hingegen sei für manchen schon verlockend.

Mit Graffiti verbinden viele Illegalität. Deshalb hat sich der Lüneburger gemeinsam mit seinem verstorbenen Freund Jens Flechtner dafür eingesetzt, dass freie Flächen in der Stadt zum Sprayen genutzt werden können, etwa am MTV-Platz oder am Schulzentrum Oedeme. Aufträge malt Lindner nur noch selten. Sein Geld verdient der Selbstständige hauptsächlich mit Grafikarbeiten. Lackspuren heißt seine Agentur. Graffiti ist für ihn ein Hobby geblieben: „Meist male ich nur für mich, einfach aus Leidenschaft.“ Am liebsten Tiere. Tiger, Hunde, Affen, Echsen. Seine Darstellungen wirken so realistisch, dass man denkt, es seien Fotografien.