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2,5 Millionen Euro Investitionsbedarf

ca Lüneburg. Die Zukunft der Möllering-Villa bleibt ungewiss. Der Eigentümer Manfred Schulte hat ein neues Gutachten für das Haus in Häcklingen erstellen lassen. Ergebnis: Eine Sanierung und Renovierung des Gebäudes würde bis zu 2,5 Millionen Euro kosten. Ein besonderes Augenmerk müsste auf tragende Balken gelegt werden, sie sind in der Vergangenheit mit einem als gesundheitsgefährdenden Holzschutzmittel behandelt worden. Laut Schulte müssten sie aufwändig freigelegt und mit einer Schutzschicht überzogen werden. Das sei nur ein Aspekt umfangreicher Arbeiten.

Bekanntlich steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Es spielte in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs eine zentrale Rolle, da dort britische Streitkräfte um Feldmarschall Montgomery ihren Sitz hatten. Der englische Offizier und Vertreter der Wehrmacht unterschrieben am 4. Mai 1945 am Timeloberg in Wendisch Evern eine Teilkapitulation der deutschen Streitkräfte. Ursprünglich war eine Mädchenschule in dem Haus untergebracht, dann besaß es der Direktor der Kronen-Brauerei, Möllering, später zog die Psychiatrische Klinik dort ein, die heute ihren Sitz in Uelzen hat.

Die Diskussion um die Villa zieht sich bereits über Jahre hin. Als Schulte das Haus kaufte, hatte er verschiedene Pläne, unter anderem eine gastronomische und kulturelle Nutzung, doch dies ist nach dem Bebauungsplan nicht mehr möglich. Die Stadt hat Schulte angeschrieben und ihn aufgefordert, ein Sanierungskonzept vorzulegen. Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck: „Es zieht sich inzwischen lange hin. Unser Ziel ist es, das Haus zu erhalten.“

Der Voreigentümer, der Trägerverein der Psychiatrischen Klinik, hatte einen Abriss des Hauses erwogen, da die Sanierungskosten zu hoch seien. Dem hatten sich Stadt und Landesamt für Denkmalpflege entgegengestellt.

Schulte hat noch keinen Antrag auf Abriss gestellt, aber er sagt, das geprüft werden müsse, was genau von dem Gebäude alles unter Denkmalschutz stehe. Sei es quasi nur die Hülle, also die Außenwände, sei eine Sanierung entsprechend günstiger. Müsse er aber den Zustand komplett erhalten beziehungsweise wiederherstellen, sei eine spätere wirtschaftliche Nutzung kaum darstellbar. Auch wenn Schulte es nicht sagt, liegt ein Schluss nahe: Mangelnde Wirtschaftlichkeit ist laut Gesetzeslage ein legitimer Grund, einen Abriss zu beantragen.