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Ein Hauch von Hollywood

emi Barskamp. In edler Abendgarderobe entstiegen sie unter Beifall dem schwarz glänzenden Wagen und betraten im Konfettiregen den roten Teppich: Die Laien-Darsteller der evangelischen Jugend Barskamp wurden am Donnerstagabend, 15. August, wie waschechte Hollywoodschauspieler empfangen. Im Februar hatten sich die Jugendlichen mit Pastor Martin Rutkies zusammengesetzt und Ideen gesammelt. Dabei herausgekommen ist nun ein 15-minütiger Streifen mit dem Titel „Rumpelstilzchen — Gold kann man nicht fressen“. Jetzt fand eine Voraufführung für Eltern und Bekannte auf dem Jugendboden des Gemeindehauses von Barskamp statt.

„Der Film ist wieder in Barskamp angekommen“, begrüßte Martin Rutkies die etwa 100 Zuschauer launig. Dicht an dicht saßen Mütter, Väter und Großeltern auf Stühlen vor der Großbildleinwand zusammen. Die Sprösslinge hatten es sich auf Sofas in den ersten Reihen bequem gemacht, aufgeregt, wie ihr Werk wohl ankommen würde. Wie im richtigen Kinosaal schaute kurz vor der Vorstellung noch schnell der Popcornverkäufer vorbei, es gab Cola und Bier zu moderaten Preisen.

Nach einer Viertelstunde hatte das Zittern für die Schauspieler ein Ende. Der lange und laute Applaus am Ende machte klar: Der Film kam gut an beim Publikum. Mit viel Aufwand — „4000 Schnitte in 15 Minuten“ — wurde die Geschichte rund um die schöne Tochter, die Stroh zu Gold spinnen und ihr Kind hergeben muss, wenn es den Namen von Rumpelstilzchen nicht errät, frei von den Jugendlichen interpretiert und filmisch umgesetzt.

So wurde der goldgierige König (gekonnt fies dargestellt von Felix Hinners) kurzerhand zum Drogenboss gemacht. Rumpelstilzchen (von Esther Constantin als böse Hexe gespielt) riss sich am Ende nicht entzwei — und sogar Rotkäppchen (Leonie Jasper) hatte einen Auftritt. „Dieses Märchen ist eine Geschichte aus unserem Leben“, sagte Rutkies vor Filmbeginn, und zog Parallelen zur NSA-Spionage-Affäre: „Da geht es ja im Grunde genommen auch darum: ,Sag mir deinen Namen, ich sag‘ dir meinen Namen aber nicht‘.“ Es sei „ein bedrohlicher Gedanke, dass wir nicht wissen, wer uns belauscht“. Das Thema sei also durchaus aktuell.

Ziel des Films sei es gewesen, „dass die Jugendlichen etwas gestalten und die Charaktere mit Leben füllen.“ Entstanden sei der Film an vier Tagen zu je zwölf Stunden. „Rumpelstilzchen“ Esther Constantin, beispielsweise, hat das „Schauspielern richtig viel Spaß gemacht. Wir konnten viel ausprobieren.“ Es sei viel gelacht worden an den Drehtagen.

Ursprünglich sollte der Streifen schon zum Dorffest am 13. Juni gezeigt werden. Doch die Veranstaltung wurde wegen des Hochwassers abgesagt. Nun steigt die Premiere am 6. Oktober beim Erntedank- und Gemeindefest auf dem Jugendboden in Barskamp. Pastor Martin Rutkies und die Jugendlichen sind sich einig: „Das wollen wir wieder machen.“