Dienstag , 27. September 2016
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„Kleine Partei, kleines Budget“

as Lüneburg. Mit Millionenaufwand gehen die Parteien auf Stimmenfang bei der Bundestagswahl 2013. Spitzenreiter ist die SPD mit 23 Millionen Euro, gefolgt von der CDU mit 20 Millionen, die Grünen haben 5,5 Millionen, die Linke 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Bescheiden machen sich dagegen die Budgets der Kandidaten im Wahlkreis 37 (Lüchow-Dannenberg-Lüneburg) aus. Das Geld fließt in Veranstaltungen, Anzeigen, Präsente und Plakate. Die LZ hat sich umgehört, wer wie viel Geld zur Verfügung hat und wer schon unter Plakatschmierereien leidet.

Das Konterfei der SPD-Kandidatin Hiltrud Lotze ist schon auf Plakaten in Stadt und Kreis zu sehen. Laut Anke Boye, Büroleiterin des SPD-Unterbezirks Lüneburg, beläuft sich das Budget, das Unterbezirk und Ortsvereine bereitgestellt haben, auf 30000 bis 35000 Euro. Damit werden Veranstaltungen, Faltblätter, Anzeigen und Werbeartikel finanziert — und mehrere Hundert Plakate. Die sollen für Personen und Inhalte werben, an einige haben Schmierfinken bereits Hand angelegt. ,,Diese Plakate werden zügig ausgetauscht“, sagt Boye. In manchen Fällen werde Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Frisch plakatiert, schon beschmiert, das muss auch CDU-Kandidat Eckhard Pols feststellen. ,,Unter Demokraten macht man so was nicht. Das ist Sachbeschädigung, wir werden Strafanzeige stellen“, sagt der Politiker. Bei den Landtagswahlen sei ein Vandale ermittelt worden, der dann zur Kasse gebeten wurde. Plakate seien schon wichtig, findet er — fast aus banalem Grund: ,,Denn vielen Wählern muss bewusst gemacht werden, dass am 22. September Bundestagswahl ist.“ Pols hat ein Budget von rund 35000 Euro. Ein Anteil komme vom Kreisverband, ansonsten generiere er Spenden, den Großteil trage er selbst. Neben Kommunikation im Internet setzt der Christdemokrat auf persönliche Anschreiben an ,,Zielgruppen zu bestimmten Themen“.

Michael Gaus, Kassierer im Kreisverband der Grünen, spricht von einem Budget im ,,unteren fünfstelligen Bereich“, dazu kämen Mittel von den Ortsverbänden, um Kandidatin Julia Verlinden und grüne Positionen zum Beispiel bei Veranstaltungen publik zu machen. Neben den finanziellen Mitteln sei aber das ehrenamtliche Engagement vieler Parteimitglieder wesentlich im Wahlkampf, zum Beispiel beim Plakateaufstellen. Mutwillige Zerstörungen der grünen Wahlwerbung registriert Gaus eher selten.

,,Kleine Partei, kleines Budget“, sagt FDP-Kandidat Dr. Tobias Debuch. 6000 bis 7000 Euro stünden bereit aus Mitgliedsbeiträgen und Parteispenden. Die Liberalen wollen erst vier Wochen vor der Wahl im Wahlkreis 37 mit dem Plakatieren beginnen, 400 Plakate in Stadt und Landkreis Lüneburg aufhängen, ,,aus Rücksicht auf den Bürger“, der des Werbewaldes irgendwann überdrüssig sei.

Mehr zum Thema und den Wahlkampfbudgets der anderen Parteien lesen Sie in der Wochenendausgabe der LZ.